Efail und die Vollidoten

Mit Vollidioten meine ich Schreiber, die Artikel wie diese hier verfassen: Experten raten vorerst von E-Mail-Verschlüsselung ab. Mir ist noch kein vernünftiger Name für solche Schreiber eingefallen, vielleicht wäre Dajo (Dümmster anzunehmender Journalist) ein Kandidat. Als Arbeitstitel sollte aber zunächst Vollidiot genügen, denn es ist wirklich vollidiotisch zu behaupten, Experten rieten davon ab, E-Mails zu verschlüsseln, weil es eine unter bestimmten Umständen ausnutzbare Schwachstelle in der E-Mail-Verschlüsselung gibt. Das käme dem gleich, zu behaupten: Experten rieten vorerst ab, Autotüren zu verschließen, da es Autodieben unter bestimmten Umständen möglich ist, das Schloss trotzdem zu öffnen. Allerdings hinkt der Vergleich. Man kann nicht E-Mails mit Autos vergleichen. Und um genau zu sein, gibt es bei diesem Efail-Gelaber überhaupt keine Schwachstelle in der S/MIME- bzw. PGP-Verschlüsselung wie an vielen Stellen suggeriert wird. Wieder anhand von Autos erklärt: Wir haben ein Auto, bei dem es unmöglich ist, das Türschloss auf irgendeine Weise, etwa durch Zuhilfenahme eines Dietrichs, zu öffnen. Dem Dieb gelingt es höchstens dann, die Tür zu öffnen, wenn er, kurz bevor wir die Tür zuwerfen, ein Stück Pappe in die Tür steckt, damit das Schloss nicht richtig schließt. Und wir müssten dazu noch so blöd sein, das Stück Pappe nicht zu bemerken. Der Vergleich hinkt auch. Aber irgendwie hinkt der Vergleich auch nicht. Man muss schon ein ordentlicher Dau oder Dajo sein, um sein E-Mail-Programm so zu konfigurieren, dass es bei HTML externe Inhalte automatisch nachlädt, oder man konfiguriert alles richtig und ist so blöd, sich die  HTML-Pappe trotzdem reinstecken zu lassen. Und falls irgendwo ein »Experte« tatsächlich behauptet hat, man solle die E-Mail-Verschlüsselung deaktivieren, weil sie geknackt werden könnte, ist das kein Experte, sondern ein Vollidiot und ein Wichtigtuer.

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