Warum können die Superheldinnen ihre Beine nicht spreizen?

Um es vorweg zu nehmen, es liegt an den Röcken.

Kürzlich habe ich einer Kiste, die jemand mit Spielzeug zum Verschenken gefüllt auf die Straße gestellt hat, fünf Superheld*innen entnommen, darunter drei männliche und zwei weibliche Figuren. Die männlichen Figuren lassen sich in alle erdenklichen Posen biegen – gehend, rennend, springend, und selbst ein extremer Spagat ist möglich.

Die Superheldinnen dagegen sind nicht so beweglich wie ihre männlichen Kollegen. Man kann zwar ihre Arme frei in alle Richtungen drehen, doch bei den Beinen ist die Bewegungsfreiheit stark beschränkt. Die Oberschenkel sitzen fast unbeweglich am Körper, wodurch die Superheldinnen die Knie nicht heben können und ein Spagat nicht weiter als über ein V hinausgeht. Sie sehen dennoch sehr cool aus.

Wenn wir aber unsere kindliche Phantasie in Bewegung bringen und die Superheld*innen gegeneinander kämpfen lassen, sind die männlichen Figuren klar im Vorteil. Redman kann mit einem eleganten Kick seinen Kontrahenten niederstrecken.

Der Superheldin Pinkwoman gelingt solch ein Kick dagegen nicht. Da ihre Oberschenkel nahezu unbeweglich sind, kann sie einen gezielten Fußtritt nur ausführen, indem sie ihren gesamten Körper so ausrichtet, daß der Oberschenkel in Zielrichtung weist, und dann den Fuß vorschnellen läßt. Allerdings erreicht sie damit ihren Gegner nicht, und es sieht sehr albern aus.

Um herauszufinden, was die Ursache ist, habe ich die Figuren genau untersucht, den Frauen unter die Röcke geschaut und festgestellt, daß sie sich anatomisch nicht von den Männern unterscheiden, sie also durchaus in der Lage wären, die Beine genauso breit wie die Männer machen zu machen. Doch die steifen Röcke hindern sie daran.
Damit nährt dieses Spielzeug das Klischee einer schwachen Frau und intensiviert es sogar, indem es das Bild in die Domäne der Superheld*innen projiziert.
Dieses Spielzeug is nicht zu empfehlen.

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