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	<title>Uniadmin</title>
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	<description>Uniadmin - IT-Stories und mehr</description>
	<pubDate>Sun, 14 Jun 2026 01:51:31 +0200</pubDate>
	<ttl>60</ttl>
	<item>
		<title>Die Letzte Generation</title>
		<description><![CDATA[Ich möchte einmal ausrechnen, wie wahrscheinlich es ist, zur letzten Generation zu gehören, also, wie groß die Wahrscheinlichkeit ist, geboren zu werden, und während des Lebens geht die Welt unter.

Allerdings gibt es dabei zwei Probleme, nämlich, daß wir nicht wissen, wann die Welt untergeht, es ist ja noch nicht passiert, und daß wir nicht genau wissen, wann die Welt angefangen hat.

Den Anfang der Welt können wir zumindest pragmatisch festlegen.
Im Geschichtsunterricht hieß es,]]></description>
		<pubDate>Thu, 11 Jun 2026 02:02:46 +0200</pubDate>
		<dc:creator>Tube</dc:creator>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Ich möchte einmal ausrechnen, wie wahrscheinlich es ist, zur letzten Generation zu gehören, also, wie groß die Wahrscheinlichkeit ist, geboren zu werden, und während des Lebens geht die Welt unter.</p>

<p>Allerdings gibt es dabei zwei Probleme, nämlich, daß wir nicht wissen, <em>wann</em> die Welt untergeht, es ist ja noch nicht passiert, und daß wir nicht genau wissen, wann die Welt <em>angefangen</em> hat.</p>

<p>Den Anfang der Welt können wir zumindest pragmatisch festlegen.<br>
Im Geschichtsunterricht hieß es, der Homo sapiens, wie er heute noch existiert, sei vor rund 300.000 Jahren aufgetaucht. Somit legen wir den Anfang der Welt auf "Vor dreihunderttausend Jahren" fest, und die Frage, "Wann geht die Welt unter", beantworten wir vorerst mit: Morgen.</p>

<p>Mit diesen Parametern können wir schon etwas mit Wahrscheinlichkeiten spielen. Unter der Annahme, die Welt existiert genau 300.000 Jahre und morgen geht sie unter: Hätte ein historischer Prophet an einem völlig zufälligen Tag gerufen: „Morgen geht die Welt unter!“, lag seine Erfolgschance bei 1 zu 365*300000 - also etwa 1 zu 109 Millionen.</p>

<p>Wenn ich also <em>heute</em>, an einem Tag wie allen anderen zuvor, behaupte "Morgen geht die Welt unter", hätte ich mit einer Wahrscheinlichkeit von 1 zu 109 Millionen recht, allerdings nur, wenn die Welt morgen <em>tatsächlich</em> untergeht. Diese geringe Wahrscheinlichkeit erklärt, warum so viele vor mir falsch lagen.</p>

<h2>Das Generationenproblem</h2>

<p>Schwieriger ist es, die Wahrscheinlichkeit zu bestimmen, mit der man in genau die <em>letzte</em> Generation hineingeboren wird. Nehmen wir die Länge einer Generation mit 30 Jahren an, dann hat die Menschheit im Zeitraum von 300.000 Jahren 10.000 Generationen hervorgebracht.<br>
Wir können aber leider nicht sagen, falls die Welt morgen untergeht, daß wir in die letzte Generation mit einer Wahrscheinlichkeit von 1 zu 10.000 hineingeboren wurden, denn von Generation zu Generation sind es mehr Menschen geworden - beginnend bei Generation 0 vor 300.000 Jahren, die aus nur genau zwei Menschen bestand, nämlich Adam und Eva.</p>

<p>Wie viele Menschen in einer Generation leben, hängt vom R-Wert ab.<br>
Ich nenne den Wert hier einfach R-Wert und meine damit den Faktor, den eine Generation an Menschen gegenüber der Vorgängergeneration hinzugewinnt. Für die Generation <span class="katex"><math><semantics><mrow><mi>n</mi></mrow><annotation encoding="application/x-tex">n
</annotation></semantics></math></span>

 berechnet sich die Zahl der Menschen <span class="katex"><math><semantics><mrow><mi>M</mi></mrow><annotation encoding="application/x-tex">M
</annotation></semantics></math></span>

 mit folgender Gleichung:</p>

<p style="text-align: center;"><span class="katex"><math><semantics><mrow><mi>M</mi><mo>=</mo><mn>2</mn><mo>⋅</mo><msup><mi>R</mi><mi>n</mi></msup></mrow><annotation encoding="application/x-tex">M = 2 \cdot R^{n}
</annotation></semantics></math></span>

.</p>

<p>Die <span class="katex"><math><semantics><mrow><mn>2</mn></mrow><annotation encoding="application/x-tex">2
</annotation></semantics></math></span>

 in der Gleichung, mit der alles multipliziert wird, steht für Adam und Eva, jene zwei Menschen der Generation 0.<br>
Um den R-Wert der Menschen zu berechnen, stellen wir die Formel nach <span class="katex"><math><semantics><mrow><mi>R</mi></mrow><annotation encoding="application/x-tex">R
</annotation></semantics></math></span>

 um:</p>

<p style="text-align: center;"><span class="katex"><math><semantics><mrow><mi>R</mi><mo>=</mo><msup><mrow><mo fence="true">(</mo><mfrac><mi>M</mi><mn>2</mn></mfrac><mo fence="true">)</mo></mrow><mfrac><mn>1</mn><mi>n</mi></mfrac></msup></mrow><annotation encoding="application/x-tex">R = \left( \frac{M}{2} \right)^{\frac{1}{n}}
</annotation></semantics></math></span>

</p>

<p>Jetzt können wir echte Zahlen einsetzen. Es leben derzeit, in der 10.000sten Generation, etwa 8 Milliarden Menschen auf der Welt, also setzen wir ein:</p>

<p style="text-align: center;"><span class="katex"><math><semantics><mrow><mi>R</mi><mo>=</mo><msup><mrow><mo fence="true">(</mo><mfrac><mn>8.000.000.000</mn><mn>2</mn></mfrac><mo fence="true">)</mo></mrow><mfrac><mn>1</mn><mn>10000</mn></mfrac></msup></mrow><annotation encoding="application/x-tex">R = \left( \frac{8.000.000.000}{2} \right)^{\frac{1}{10000}}
</annotation></semantics></math></span>

</p>

<p>Und erhalten unseren R-Wert:</p>

<p style="text-align: center;"><span class="katex"><math><semantics><mrow><mi>R</mi><mo>=</mo><mn>1</mn><mo separator="true">,</mo><mn>002213402</mn></mrow><annotation encoding="application/x-tex">R = 1,002213402
</annotation></semantics></math></span>

</p>

<p>Wir setzen immer noch voraus, daß die Welt morgen untergeht, wir also die letzte Generation, die 10.000ste sind, welche aus 8 Milliarden Menschen besteht.<br>
Diese letzte Generation müssen wir jetzt ins Verhältnis setzen zu allen Menschen in allen Generationen davor, um die Wahrscheinlichkeit zu ermitteln, in diese letzte Generation hineingeboren zu werden.<br>
Dazu müssen wir also die Summe aller Menschen in allen Generationen bilden:</p>

<p style="text-align: center;"><span class="katex"><math><semantics><mrow><mi>S</mi><mo>=</mo><mn>2</mn><mo>⋅</mo><msubsup><mo>∑</mo><mrow><mi>i</mi><mo>=</mo><mn>0</mn></mrow><mi>n</mi></msubsup><msup><mi>R</mi><mi>i</mi></msup><mo>=</mo><mn>2</mn><mo>⋅</mo><mo stretchy="false">(</mo><msup><mi>R</mi><mn>0</mn></msup><mo>+</mo><msup><mi>R</mi><mn>1</mn></msup><mo>+</mo><msup><mi>R</mi><mn>2</mn></msup><mo>+</mo><mo>⋯</mo><mo>+</mo><msup><mi>R</mi><mi>n</mi></msup><mo stretchy="false">)</mo><mo>=</mo><mfrac><mrow><mn>2</mn><mo stretchy="false">(</mo><msup><mi>R</mi><mrow><mi>n</mi><mo>+</mo><mn>1</mn></mrow></msup><mo>−</mo><mn>1</mn><mo stretchy="false">)</mo></mrow><mrow><mi>R</mi><mo>−</mo><mn>1</mn></mrow></mfrac></mrow><annotation encoding="application/x-tex">S = 2 \cdot\sum_{i=0}^{n} R^i = 2\cdot (R^0 + R^1 + R^2 + \cdots + R^n) = \frac{2(R^{n+1} - 1)}{R - 1}
</annotation></semantics></math></span>

</p>

<p>Damit können wir jetzt die Anzahl aller Menschen, die je auf dem Planeten seit Generation 0 gelebt haben, berechnen:</p>

<p style="text-align: center;"><span class="katex"><math><semantics><mrow><mfrac><mrow><mn>2</mn><mo>⋅</mo><mn>1</mn><mo separator="true">,</mo><msup><mn>002213402</mn><mrow><mo stretchy="false">(</mo><mn>10000</mn><mo>+</mo><mn>1</mn><mo stretchy="false">)</mo></mrow></msup><mo>−</mo><mn>1</mn></mrow><mrow><mn>1</mn><mo separator="true">,</mo><mn>002213402</mn><mo>−</mo><mn>1</mn></mrow></mfrac><mo>=</mo><mn>3.622346227</mn><mo>×</mo><msup><mn>10</mn><mn>12</mn></msup></mrow><annotation encoding="application/x-tex">\frac{2\cdot1,002213402^{(10000+1)} - 1}{1,002213402 - 1}=3.622346227×10¹²
</annotation></semantics></math></span>

</p>

<p>Wir kommen auf rund 3600 Milliarden Menschen insgesamt, also 3,6 Billionen. Um uns die Zahl besser vorzustellen, überlegen wir ganz grob: Wenn wir heute sämtliche Nvidia-Aktien verkaufen würden, könnten wir vom Erlös jedem Menschen in der Vergangenheit knapp einen Dollar geben - Zeitreisen vorausgesetzt.<br>
Wissenschaftler behaupten allerdings, es hätten viel weniger Menschen bisher gelebt, aber sie verstehen nichts von konstantem Wachstum; sie kennen sich nur mit der historischen Realität aus, in der unsere Vorfahren durch Pest, Kriege oder anders ausgebremst wurden.<br>
Ich rechne aber mit konstantem Wachstum, da sind es nun mal 3,6 Billionen.</p>

<h2>Ein Topf voller Menschen</h2>

<p>In die Generation 0 geschöpft zu werden, also Adam oder Eva, ist sehr unwahrscheinlich. Wir müssen uns vorstellen, daß wir aus einem großen Topf, in dem sich alle Menschen befinden, die je geboren oder geschöpft werden, 2 von ihnen herausziehen. D.h. also, die Wahrscheinlichkeit Adam oder Eva geworden zu sein lag bei 1 zu 1,8 Billionen.<br>
<br>
In die nächste Generation geboren zu werden, ist etwas wahrscheinlicher, weil dafür ja mehr Menschen aus dem Topf gezogen werden. In der darauffolgenden Generation noch wahrscheinlicher, und für die aktuelle Generation wurden 8 Milliarden Menschen aus dem Topf gezogen - Wir waren dabei!</p>

<p>Damit beträgt die Wahrscheinlichkeit, in die letzte Generation geboren zu werden, 8 Milliarden zu 3,6 Billionen, was etwa 1/450 entspricht - allerdings nur unter der Voraussetzung, daß die Welt tatsächlich morgen untergeht.</p>

<p>Legten wir die von Wissenschaftlern behauptete Zahl zugrunde (ca. 120 Millarden Menschen), würden wir auf einen Wert von etwa 1/15 kommen.</p>

<p>Als Kompromiß berechne ich den Mittelwert meiner Wahrscheinlichkeit und der der Wissenschaftler und komme auf 1 zu 29.</p>

<p>Die Wahrscheinlichkeit, in die letzte Generation geboren zu werden, liegt also bei 1/29, also ca. 3,4% - immer vorausgesetzt, daß die Welt morgen tatsächlich untergeht.</p>

<h2>Die letzte Generation</h2>

<p>Viele junge Menschen glauben heutzutage, daß sie zur letzten Generation gehören. Vielleicht glauben sie das, weil nach Z kein Buchstabe mehr kommt. Sie könnten sich sogar bewußt dafür entscheiden, die letzte Generation zu sein, indem sie einfach keine Kinder bekommen.<br>
Auch Adam und Eva hätten sich so entscheiden können, und hätten sie, dann könntest du das hier nicht lesen. Adam und Eva hätten es noch einfach gehabt: Nur die beiden hätten mitmachen müssen. Aber heute? Heute sind wir acht Milliarden, da gibt es immer welche, die ausbüxen und <em>doch</em> Kinder bekommen. Je später die Generation, um so unwahrscheinlicher, daß es die letzte ist, zumindest absichtlich herbeigeführt.</p>

<p>Abschließend sei festgehalten: Die Wahrscheinlichkeit, daß du zur letzten Generation gehörst, liegt bei 3,4%. Das heißt, die Welt geht morgen mit einer Wahrscheinlichkeit von 3,4% unter - aber, wie schon gesagt, nur, wenn sie tatsächlich morgen untergeht - und wer kann das schon wissen?</p>

<p><a href="https://www.uniadmin.de/site/assets/files/4439991/lg.jpeg"><img alt="" class="align_center" src="https://www.uniadmin.de/site/assets/files/4439991/lg.200x0-is.jpeg" width="200"></a></p>]]></content:encoded>
		<link>https://www.uniadmin.de/blog/posts/2026-06-letzte-generation/</link>
		<guid>https://www.uniadmin.de/blog/posts/2026-06-letzte-generation/</guid>
	</item>
	<item>
		<title>Eine Rose</title>
		<description><![CDATA[Ist es nicht faszinierend, wie sich
der Stiel der Rose im Wasserglas bricht?

]]></description>
		<pubDate>Wed, 10 Jun 2026 00:10:00 +0200</pubDate>
		<dc:creator>Tube</dc:creator>
		<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: center;">Ist es nicht faszinierend, wie sich<br>
der Stiel der Rose im Wasserglas bricht?</p>

<p><a href="https://www.uniadmin.de/site/assets/files/4441210/rose.jpeg"><img alt="" class="align_center" src="https://www.uniadmin.de/site/assets/files/4441210/rose.400x0-is.jpeg" width="400"></a></p>]]></content:encoded>
		<link>https://www.uniadmin.de/blog/posts/2026-06-eine-rose/</link>
		<guid>https://www.uniadmin.de/blog/posts/2026-06-eine-rose/</guid>
	</item>
	<item>
		<title>Digitale Souveränität mit Nostr</title>
		<description><![CDATA[Nun war mal wieder DID, Di-Day, Digital Independence Day, der an jedem ersten Sonntag im Monat stattfindet. Den DID hat der von mir geschätzte Kollege Marc-Uwe Kling beim letzten CCC ins Leben gerufen.
Am DID soll sich jeder, der abhängig von Google, X (ehemals Twitter), Facebook, Microsoft und anderen US-amerikanischen Firmen ist, Zeit und Muße nehmen, zu Alternativen zu wechseln - etwa von Google Docs zu Nextcloud, von Windows zu Linux, von Office 365 zu LibreOffice,]]></description>
		<pubDate>Mon, 08 Jun 2026 01:38:00 +0200</pubDate>
		<dc:creator>Tube</dc:creator>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Nun war mal wieder DID, <a href="https://di.day/de">Di-Day</a>, Digital Independence Day, der an jedem ersten Sonntag im Monat stattfindet. Den DID hat der von mir geschätzte Kollege <a href="https://media.ccc.de/v/39c3-die-kanguru-rebellion-digital-independence-day#t=2700">Marc-Uwe Kling beim letzten CCC</a> ins Leben gerufen.<br>
Am DID soll sich jeder, der abhängig von Google, X (ehemals Twitter), Facebook, Microsoft und anderen US-amerikanischen Firmen ist, Zeit und Muße nehmen, zu Alternativen zu wechseln - etwa von Google Docs zu Nextcloud, von Windows zu Linux, von Office 365 zu LibreOffice, von Amazon zum Buchladen und mehr.<br>
Ich hab mir den Tag zum Anlaß genommen, einmal einen Blick auf die sogenannten sozialen Netzwerke zu werfen, um zu untersuchen, wie es dort um die digitale Souveränität bestellt ist.<br>
Auf der DID-Seite gibt es ein <a href="https://di.day/de/wechselrezepte/mastodon#alternative-zubereitungsarten">"Wechselrezept" von X zu Mastodon</a>, wo es heißt:</p>

<blockquote>
<p>Elon Musk hat X (ehemals Twitter) zu einer Plattform umgebaut, auf der (rechtsextreme) Hassrede und Desinformation Vorfahrt haben. Mastodon ist so etwas wie das Gegenteil – und besser! Ein Verbund aus vielen kleinen Netzwerken („dezentral“), meist werbefrei und in der Hand der Nutzer*innen.</p>
</blockquote>

<p>Die Nachteile von Mastodon hatte ich schon einmal im Zusammenhang mit meinem <a href="https://www.uniadmin.de/blog/posts/2025-mein-x-it-bei-twitter/">Twitter-Exit</a> dargestellt. Die Admins der kleinen Netzwerke können sich verhalten wie kleine Müskchens und zum Beispiel linksextremer Haßrede Vorfahrt geben.<br>
Ein Fehler im Design liegt in der Möglichkeit zu blockieren.<br>
Die Blockierfunktion gab es bereits bei Twitter: Wenn ein Nutzer einen anderen Nutzer blockiert, kann der andere Nutzer die öffentlichen(!) Posts des Nutzers nicht mehr lesen. Er kann sie höchstens lesen, indem er sich mit einem weiteren nicht blockierten Account anmeldet.<br>
Zu meinen Twitter-Zeiten sah ich viele, die sich rühmten, besonders viele Nutzer blockiert zu haben, und ich dachte immer, wenn man jeden, der mal was sagt, was nicht paßt, blockiert, ist man irgendwann ganz allein.<br>
Deshalb hab ich bei Twitter nie jemanden blockiert, außer einen, da ging es nicht anders, der hat immer so dummes Zeug von sich gegeben. Zuerst hatte ich den nur stumm geschaltet, aber er tauchte trotzdem immer wieder in meiner Timeline auf, weil andere ihn mit Zitat retweeteten, wo das Stummschalten anscheinend nicht griff. Hier half nur noch der Block, dann war endlich Ruhe. Ich glaube, der Typ hieß Sixtus.<br>
Und Mastodon setzt noch einen drauf: Dort können sich nicht nur Nutzer gegenseitig blockieren, sondern gleich ganze Instanzen, die von kleinen Admins administriert werden. Ein Admin entscheidet dort, ob Posts des einen Nutzers von einem anderen Nutzer gelesen werden können, obwohl der Admin selbst von beiden Nutzern nie etwas liest.<br>
Von digitaler Souveränität kann bei Mastodon kaum die Rede sein, eher von digitaler Autorität, bei Mastodon gibt es mehr digitale Autorität als bei X (ehemals Twitter), denn bei X unter Musk ist die Blockierfunktion in ihrer ursprünglichen Form beseitigt worden.<br>
Gar keine Blockierfunktion gibt es bei <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Nostr">Nostr</a>, daher hab ich mir zum Di-Day einmal Nostr angesehen.</p>

<h2>Nostr</h2>

<p>Zu Beginn wollte ich Nostr erst mal im Webbrowser testen, im Firefox, und da zeigt sich schon, daß die Onboardinghürde bei Nostr etwas höher als bei X oder Mastodon ist, denn man muß verstehen, daß die eigene digitale Identität kein Account im Sinne eines Mastodon-Accounts oder E-Mail-Accounts, sondern nur ein 32 Byte langer Private-Key ist, und daß die Webseite, auf der man sich anmeldet, eigentlich nur eine App ist, die lokal auf dem Rechner läuft. Da man diesen Apps, die aus dem Web heruntergeladen sind, generell nicht trauen darf, sollte man sich möglichst nie direkt mit seinem private Key bei der App anmelden, sondern den Key von einer Browser-Extension verwalten lassen.</p>

<p>Und das ist die erste kleine Hürde, die Browser-Extension zu installieren. Ich habe mich für <a href="https://addons.mozilla.org/de/firefox/addon/nostr-connect/">Nostr Connect</a> entschieden, wobei diese Extension, wenn ich sie per Mausklick im Firefox installiere, auch nur eine aus dem Web heruntergeladene App ist und meinen Private-Key klauen könnte. Wer also ganz sicher sein will, muß sich den <a href="https://github.com/lumehq/nostr-connect">Sourcecode herunterladen</a>, ihn überprüfen, daß da keine Schweinereien drin sind, die Extension selbst compilieren und lokal von der Platte installieren. Das habe ich nicht gemacht, ich kreuz einfach die Finger, daß die von Firefox heruntergeladene Extension clean ist.</p>

<p>Ist die Extension erst mal installiert, ist der Rest relativ einfach. In den Einstellungen gibtst du deinen Private-Key ein, falls du schon einen hast, oder du klickst auf "Generate", dann wird ein neuer Private-Key erstellt, der von nun an deine digitale Identität ist. Den Key solltest du dir irgendwo sicher abspeichern, aufschreiben oder ausdrucken und darauf achten, daß du ihn nie verlierst, denn, verlierst du ihn, ist deine digitale Identität verloren, unwiederbringlich.</p>

<p><img alt="" class="align_center" src="https://www.uniadmin.de/site/assets/files/4441196/nostr-connect-empty.489x0-is.png" width="489"></p>

<p>Nun geht es ab zur App! Nach einigem Probieren bin ich bei <a href="https://coracle.social/login">Coracle</a> gelandet, wo, nachdem man den Loginbutton geklickt hat, verschiedene Login-Methoden angeboten werden und ich natürlich das Login über Browser-Extension gewählt habe - dazu habe ich sie ja extra installiert.</p>

<p><img alt="" class="align_center" src="https://www.uniadmin.de/site/assets/files/4441196/coracle-wlcome.png" width="604"></p>

<p>Hiernach kommt die nächste kleine Hürde, denn Coracle versucht, dein Profil zu laden, wenn du aber noch keines hast, kannst du Stunden auf die Eieruhr starren (trying to load profile), bis du vielleicht doch irgendwann bemerkst, daß dort ein unscheinbarer Link ist "Continue with incomplete profile" oder so. Gehst du drauf, bist du drin, und dann solltest als erstes dein Profil bearbeiten: Einen Nutzernamen festlegen, deine Homepage eintragen und etwas über dich schreiben und speichern.</p>

<p>Was dann im Hintergrund passiert, ist wieder kompliziert: Dein Profil wird jetzt auf mehrere sogenannten Relays geschrieben. Die Coracle-App hat per default eine Reihe von Relays voreingestellt. Du kannst aber beliebige andere Relays hinzufügen, auch dein eigenes, wenn du eines betreibst.<br>
Ein Relay ist ein Server, der speichert dein Profil, wem du folgst und alles, was du postest. Und an dieser Stelle kommt der große Unterschied zu Mastodon: Während bei Mastodon dein Profil und deine Posts auf einem einzigen Server liegen, verteilst du die Daten bei Nostr auf 10, 20 oder 30 Server (Relays). Falls ein Admin eines Relays einen auf Müskchen macht und dich blockt, deine Posts, dein Profil einfach löscht, nicht mehr speichert, bist du auf den anderen Relays immer noch da. Anhand deines Public-Keys (der sich aus deinem Private-Key errechnet) können deine Follower dich immer finden.</p>

<p>Erst, wenn alle 20 oder 30 Relays dich blocken, wärest du raus. Dazu müßten sich die 20 oder 30 Admins absprechen, dich zu tilgen, oder du mußt solch dermaßenen Schrott posten, daß die 20 oder 30 Admins dich, ohne sich abzusprechen, freiwillig blocken. Das ist sehr unwahrscheinlich, außer bei diesem Sixtus vielleicht, wäre er auf Nostr.</p>

<p>Doch selbst dann, wenn alle Relay-Betreiber dich blocken, bist du immer noch nicht stillgelegt, weil du auch dein eigenes Relay betreiben kannst, von dem du dich selbst ja nicht ausschließen wirst.<br>
Ich hab auch das ausprobiert, mein eigenes Relay auf meinem eigenen Server installiert. Allerdings muß man dazu schon ein kleiner Admin sein, das ist nicht jedermanns Sache, und ich werde hier auch nicht genauer drauf eingehen, außer auf ein Detail, nämlich Spam.<br>
Wie wird im Nostr-Netz Spam verhindert?<br>
Während bei Mastodon Spam größtenteils mittels Moderation verhindert wird, fehlt dieses Mittel bei Nostr, da Nostr so gut wie nicht moderierbar ist. Stattdessen wird Spam bei Nostr einfach teuer gemacht. Wer etwas posten will, muß zahlen. Entweder mit <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Hashcash">Hashcash</a> oder Bitcoin.<br>
Wenn du auf meinem Relay etwas posten willst, mußt du mit Hashcash zahlen. Hashcash bedeutet, daß dein Rechner, mit dem du postest, ein paar sinnlose Berechnungen durchführen muß, die Zeit und Strom kosten, den du bezahlen mußt. Für einen einzelnen Post ist der Betrag vernachlässigbar gering, für Spammer, die Tausende Posts in die Welt blasen wollen, lohnt sich das aber nicht mehr.<br>
Die andere Zahlmethode, Bitcoin, das über das <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Lightning-Netzwerk">Lightning-Netzwerk</a> in Nostr integriert ist, erklärt sich dagegen von selbst, denke ich.</p>

<h2>Das Soziale Netzwerk Nostr</h2>

<p>Die technischen Hürden sind geschafft. Nun bin ich drin. Für mich waren die technischen Hürden auch nicht sonderlich hoch, ich kann das, das ist mein Beruf.<br>
Ob vom Fach oder nicht, andere, die es auch bis hier hin geschafft haben, stehen sicherlich vor demselben Problem: Ich bin allein. Wer ist überhaupt noch hier? Was nun?</p>

<p>Ich muß mich umschauen. Sehen, was los ist. Wem kann ich folgen. Das Abenteuer beginnt!</p>

<p>Und aus der Nostr-Connect-Browser-Extension heraus, kann ich den Key zu meinem Profil samt QR-Code veröffentlichen und sagen: Follow me!</p>

<p style="text-align: center;">nprofile1qqsyy3kexafj3n6eefuxrww2xlkkg7rz5l3s266vts7x4c93qan69zqpzemhxue69uhkummnw3ezuurvv9hxj7pwdaexw83z6ja</p>

<p><a href="https://www.uniadmin.de/site/assets/files/4441196/tube-profile-qr.png"><img alt="" class="align_center" src="https://www.uniadmin.de/site/assets/files/4441196/tube-profile-qr.png" width="236"></a></p>]]></content:encoded>
		<link>https://www.uniadmin.de/blog/posts/2026-06-digitale-souveranitat-mit-nostr/</link>
		<guid>https://www.uniadmin.de/blog/posts/2026-06-digitale-souveranitat-mit-nostr/</guid>
	</item>
	<item>
		<title>Gespräch über die Frauen</title>
		<description><![CDATA[Kürzlich ist mir ein kleines Büchlein in die Hände gefallen mit dem Titel &#x00022;Gespräch über die Frauen&#x00022;, das einige interessante Merkmale zeigt:



Wenn ich das Büchlein aufklappe, also nur den Buchdeckel umschlage, kommen zwei grüne Seiten, wobei das grüne Papier links mit dem Buchdeckel verklebt ist und rechts frei umblätterbar ist.



Blättere ich um, ist links die Rückseite des grünen Papiers und rechts die erste Seite des Buches, die nicht aus grünem Papier besteht.]]></description>
		<pubDate>Fri, 29 May 2026 00:38:00 +0200</pubDate>
		<dc:creator>Tube</dc:creator>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Kürzlich ist mir ein kleines Büchlein in die Hände gefallen mit dem Titel "Gespräch über die Frauen", das einige interessante Merkmale zeigt:</p>

<p><a href="https://www.uniadmin.de/site/assets/files/4441180/gudf-cover.jpg"><img alt="" class="align_center" src="https://www.uniadmin.de/site/assets/files/4441180/gudf-cover.500x0-is.jpg" width="500"></a></p>

<p>Wenn ich das Büchlein aufklappe, also nur den Buchdeckel umschlage, kommen zwei grüne Seiten, wobei das grüne Papier links mit dem Buchdeckel verklebt ist und rechts frei umblätterbar ist.</p>

<p><a href="https://www.uniadmin.de/site/assets/files/4441180/gudf-0001.jpg"><img alt="" class="align_center" src="https://www.uniadmin.de/site/assets/files/4441180/gudf-0001.800x0-is.jpg" width="800"></a></p>

<p>Blättere ich um, ist links die Rückseite des grünen Papiers und rechts die erste Seite des Buches, die nicht aus grünem Papier besteht. Auf der ersten Seite steht nichts.</p>

<p><a href="https://www.uniadmin.de/site/assets/files/4441180/gudf-0002.jpg"><img alt="" class="align_center" src="https://www.uniadmin.de/site/assets/files/4441180/gudf-0002.1000x0-is.jpg" width="1000"></a></p>

<p>Blättere ich noch einmal um, sehe ich zwei leere Seiten. Also auch dort steht nichts.</p>

<p><img alt="" class="align_center" src="https://www.uniadmin.de/site/assets/files/4441180/gudf-0003.1000x0-is.jpg" width="1000"></p>

<p>Blättere ich abermals um, blicke ich erneut auf zwei leere Seiten, und mir kommt der Verdacht, daß es bei einem Gespräch über die Frauen einfach nichts zu sagen gibt:</p>

<p><a href="https://www.uniadmin.de/site/assets/files/4441180/gudf-0004.jpg"><img alt="" class="align_center" src="https://www.uniadmin.de/site/assets/files/4441180/gudf-0004.1000x0-is.jpg" width="1000"></a></p>

<p>Ein weiteres Mal umblättern scheint das zu bestätigen. Das Gespräch über die Frauen enthält nichts. Wieder nur leere Seiten. Ein Spaßbuch?</p>

<p><a href="https://www.uniadmin.de/site/assets/files/4441180/gudf-0005.jpg"><img alt="" class="align_center" src="https://www.uniadmin.de/site/assets/files/4441180/gudf-0005.1000x0-is.jpg" width="1000"></a></p>

<p>Noch einmal umblättern macht dann aber Hoffnung. Der Name des Autors Abbé Galiani ist zu lesen und der Titel des Werkes: "Gespräch über die Frauen".</p>

<p><a href="https://www.uniadmin.de/site/assets/files/4441180/gudf-0006.jpg"><img alt="" class="align_center" src="https://www.uniadmin.de/site/assets/files/4441180/gudf-0006.1000x0-is.jpg" width="1000"></a></p>

<p>Noch mal umblättern. Dasselbe wieder. Name des Autors und der Titel "Gespräch über die Frauen". Diesmal in schönerer Schrift und verschiedenen Farben:</p>

<p><a href="https://www.uniadmin.de/site/assets/files/4441180/gudf-0007.jpg"><img alt="" class="align_center" src="https://www.uniadmin.de/site/assets/files/4441180/gudf-0007.1000x0-is.jpg" width="1000"></a></p>

<p>Und endlich dann doch! Es geht los! Das Gespräch über die Frauen:</p>

<p><a href="https://www.uniadmin.de/site/assets/files/4441180/gudf-0008.jpg"><img alt="" class="align_center" src="https://www.uniadmin.de/site/assets/files/4441180/gudf-0008.1000x0-is.jpg" width="1000"></a></p>

<p>Das Gespräch über die Frauen hat Abbé Galiani im Jahre 1772 verfaßt, und im Grunde geht es darin um dieselben Fragen, die auch heute noch diskutiert werden:</p>

<ul>
	<li>Was ist eine Frau?</li>
	<li>Ist die Frau von Natur aus schwach, oder ist alles nur sozial anerzogen?</li>
</ul>

<p>Besonders gut hat mir der Schluß gefallen:</p>

<blockquote>
<p>Marquis: Habt ihr das soeben erschienene Buch von Thomas über die Frauen gelesen?<br>
Chevalier: Nein.<br>
Marquis: Er sagt kein Wort von dem, was Ihr eben vorgebracht habt.<br>
Chevalier: Und wißt Ihr auch, weshalb nicht?<br>
Marquis: Ehrlich gesagt, nein.<br>
Chevalier: Weil <em>ich </em>nichts von dem sage, was er sagt.</p>
</blockquote>

<p>Das Büchlein ist ein Sonderdruck, der 1982 bei <a href="https://www.thebearpress.de/">Bear Press Wolfram Benda</a> erschienen ist und mit den Mitteln und Techniken, die auch 1770 zum Einsatz kamen, hergestellt wurde. Die vielen leeren Seiten am Anfang erklären sich dadurch, daß der Essay recht kurz ist, aber zum Binden des Buches immer ein ganzer Bogen verwendet werden muß, welcher durch den Essay nur dürftig gefüllt wurde.</p>

<p><a href="https://www.uniadmin.de/site/assets/files/4441180/gudf-0009.jpg"><img alt="" class="align_center" src="https://www.uniadmin.de/site/assets/files/4441180/gudf-0009.1000x0-is.jpg" width="1000"></a></p>

<p>Am Ende des Büchleins kommen, aus genannten Gründen, noch ein paar weitere leere Seiten.<br>
Ich erspare mir, die hier abzubilden.<br>
Der Leser kann sie sich sicherlich gut vorstellen.</p>]]></content:encoded>
		<link>https://www.uniadmin.de/blog/posts/2026-05-gesprach-uber-die-frauen/</link>
		<guid>https://www.uniadmin.de/blog/posts/2026-05-gesprach-uber-die-frauen/</guid>
	</item>
	<item>
		<title>Boom. Bang. Timmy!</title>
		<description><![CDATA[Ich hatte die letzten Wochen versucht, alle Nachrichten zum gestrandeten Wal zu ignorieren. Wann immer das Viech in meiner Timeline erschien, wischte ich es schnell weg.
Von den Headlines bleibt trotzdem was hängen: Wal ist gestrandet, Wal soll befreit werden, Wal heißt Timmy, Wal wird befreit, Wal strandet wieder, Wal soll sterben, Demos für Timmy, Timmy wird befreit, Timmy im offenen Meer, Timmy ist vielleicht tot, Timmy lebt vielleicht, Timmy ist doch tot,]]></description>
		<pubDate>Wed, 20 May 2026 18:20:07 +0200</pubDate>
		<dc:creator>Tube</dc:creator>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Ich hatte die letzten Wochen versucht, alle Nachrichten zum gestrandeten Wal zu ignorieren. Wann immer das Viech in meiner Timeline erschien, wischte ich es schnell weg.<br>
Von den Headlines bleibt trotzdem was hängen: Wal ist gestrandet, Wal soll befreit werden, Wal heißt Timmy, Wal wird befreit, Wal strandet wieder, Wal soll sterben, Demos für Timmy, Timmy wird befreit, Timmy im offenen Meer, Timmy ist vielleicht tot, Timmy lebt vielleicht, Timmy ist doch tot, Touristen klettern auf Timmy und machen Selfies.<br>
Und gestern liest <a href="https://www.richblaha.com/">Richard Blaha</a> auf der LSD-Lesebühne einen zehnminütigen Text über Timmy, klatscht mir also eine volle Breitseite Timmy ins Gesicht, ohne, daß ich ausweichen kann.<br>
Also kann ich jetzt auch zurückschießen.<br>
In den letzten Headlines hieß es, Timmy könnte explodieren, er sei gefährlich für Touristen, was mich an die Simpsons-Folge, in der ein Wal mittels Dynamit gesprengt wird, erinnerte. Diese Folge soll auf einer wahren Begebenheit in den USA beruhen.<br>
Nun bleibt mir die Frage: Wenn tote Wale einfach von selbst explodieren, warum haben sie damals den Wal mit Dynamit gesprengt? War es nicht irre gefährlich, das Dynamit anzubringen? Für etwas, das sowieso passiert?<br>
Ich werde die Frage nicht klären. Ich hab jetzt genug Timmy verschossen und mach mich wieder dicht. Ich werd auch nicht den Wikipedia-Artikel über <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Walexplosion">Walexplosionen</a> lesen.</p>]]></content:encoded>
		<link>https://www.uniadmin.de/blog/posts/2026-05-boom-bang-timmy/</link>
		<guid>https://www.uniadmin.de/blog/posts/2026-05-boom-bang-timmy/</guid>
	</item>
	<item>
		<title>AfD-Verbot.Jetzt!</title>
		<description><![CDATA[Wie geht es eigentlich weiter nach einem AfD-Verbot?

Wenn nämlich irgendwann die PRÜF-Demos Erfolg haben, ein Verbotsverfahren eingeleitet und die AfD vom Verfassungsgericht verboten worden ist, sind die Wähler ja trotzdem noch da. Das Gedankengut bleibt in der Bevölkerung erhalten.
Man kann ein AfD-Verbot nicht mit dem Verbot der SRP im Jahre 1952 vergleichen, die SRP lag bundesweit bei 1,8%, und auch die KPD, die 1956 verboten wurde,]]></description>
		<pubDate>Thu, 14 May 2026 02:13:29 +0200</pubDate>
		<dc:creator>Tube</dc:creator>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Wie geht es eigentlich weiter nach einem AfD-Verbot?</p>

<p>Wenn nämlich irgendwann die PRÜF-Demos Erfolg haben, ein Verbotsverfahren eingeleitet und die AfD vom Verfassungsgericht verboten worden ist, sind die Wähler ja trotzdem noch da. Das Gedankengut bleibt in der Bevölkerung erhalten.<br>
Man kann ein AfD-Verbot nicht mit dem Verbot der <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Sozialistische_Reichspartei">SRP</a> im Jahre 1952 vergleichen, die SRP lag bundesweit bei 1,8%, und auch die KPD, die 1956 verboten wurde, erzielte bei Bundestagswahlen gerade mal 2,2%.<br>
Die AfD hingegen kam bei der letzten Bundestagswahl auf 21%, liegt in aktuellen Umfragen bei 27 bis 28 Prozent und hat das Potential, bei den nächsten Wahlen mit 30% sogar stärkste Partei zu werden. Damit ist die AfD etwa so stark wie KPD und SPD im Jahre 1933 zusammen, als KPD und SPD von den Nazis verboten wurden.<br>
Ein AfD-Verbot löst nur die Organisationsfrage, nicht aber die Gesinnungsfrage.<br>
Ein Parteiverbot kann daher nur der erste Schritt sein. Die eigentliche Herausforderung beginnt erst dann: Die nachhaltige demokratische Resozialisierung von Millionen Menschen. Der Staat muss früher oder später Programme entwickeln, die demokratische Mindesthaltungen dauerhaft sichern, und dies ließe sich wohl am wirksamsten durch gezielte Schulungen in Fortbildungslagern erreichen.<br>
Die wehrhafte Demokratie steht also vor großen Herausforderungen.</p>]]></content:encoded>
		<link>https://www.uniadmin.de/blog/posts/2026-05-afd-verbot.jetzt/</link>
		<guid>https://www.uniadmin.de/blog/posts/2026-05-afd-verbot.jetzt/</guid>
	</item>
	<item>
		<title>Der mysteriöse Rotweinfleck</title>
		<description><![CDATA[Als ich die Wäsche aus der Maschine holte, sah ich, daß bei meinem gelben T-Shirt noch ein Rotweinfleck drin war. Wie konnte das passieren? Ich hatte doch das verbesserte Waschmittel verwendet, jenes, das laut Werbung kürzlich noch einmal verbessert worden war.
Das Waschmittel kannte ich seit über 40 Jahren. Es ist ständig verbessert worden. Jetzt noch besser, hieß es immer. Jetzt mit Riesenwaschkraft, Tiefenkraft, jetzt mit Gigaperls, jetzt mit Hochkonzentrat, noch besser mit Sprudel-]]></description>
		<pubDate>Fri, 08 May 2026 21:32:46 +0200</pubDate>
		<dc:creator>Tube</dc:creator>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Als ich die Wäsche aus der Maschine holte, sah ich, daß bei meinem gelben T-Shirt noch ein Rotweinfleck drin war. Wie konnte das passieren? Ich hatte doch das verbesserte Waschmittel verwendet, jenes, das laut Werbung kürzlich noch einmal verbessert worden war.<br>
Das Waschmittel kannte ich seit über 40 Jahren. Es ist ständig verbessert worden. Jetzt noch besser, hieß es immer. Jetzt mit Riesenwaschkraft, Tiefenkraft, jetzt mit Gigaperls, jetzt mit Hochkonzentrat, noch besser mit Sprudel-Aktiv und Maxitrat, Kampf den Fleckenzwergen und dem Kragenspeck, jetzt noch besser und immer besser.<br>
Aber der Rotweinfleck war im T-Shirt geblieben, obwohl man denken könnte, daß ich dem T-Shirt das Waschmittel nur <em>zeigen</em> müßte, damit der Rotweinfleck verschwindet.</p>

<p>Das Waschmittel war also schlecht, und wenn ich in der Zeit gedanklich zurück gehe, hieße das für die Werbung: Jetzt noch schlechter, Niederlage im Kampf gegen die Fleckenzwerge und den Kragenspeck, jetzt noch schlechter, ohne Maxitrat und Sprudel-Aktiv, jetzt unkonzentriert, Mikroperls, jetzt mit Tiefenschwäche, Zwergenwaschkraft, totale Waschschwäche.</p>

<p>So schlecht mußte das Waschmittel vor etwa 40 Jahren gewesen sein, und ich erinnere mich, als ich das Waschmittel zum ersten Mal in der Werbung sah, war es auch schon verbessert worden. Man könnte meinen, daß ich dem T-Shirt damals das Waschmittel nur hätte <em>zeigen</em> müssen, und das T-Shirt wäre dreckig geworden oder hätte einen Rotweinfleck bekommen.</p>

<p>Und heute, nach 40-jähriger Forschung und Verbesserung, ist das Waschmittel immerhin so gut, daß es vorhandenen Rotweinflecken keine weiteren hinzufügt.</p>

<p>Oder? Wo kam der Rotweinfleck eigentlich her?<br>
War er vor dem Waschen überhaupt schon auf dem T-Shirt?<br>
Ich konnte mich nicht erinnern, auch nicht daran, wann er auf das T-Shirt gekommen war.<br>
So ist das mit Rotwein, man trinkt ihn, und man vergißt, das funktioniert prima. Mit jedem Schluck: Jetzt noch besser, jetzt noch besoffener, und mit jeder Flasche: Jetzt noch mehr Rausch, jetzt noch mehr hacke, bis zum Umfallen.</p>

<p>Nur mit Waschmittel geht es nicht.<br>
Oder?<br>
Vielleicht sollte man es mal probieren? In der DDR hieß es, Spee und Cola ergebe eine phantastische Droge. Ich hab es nie probiert, weil ich es nicht geglaubt habe.<br>
Aber was, wenn doch?<br>
War das alles nur eine als Waschmittel getarnte Droge? Jetzt noch besser mit Sprudel-Aktiv und Tiefenwirkung! Kampf den Fleckenzwergen! Was für irre Halluzinationen das sein müssen.</p>

<p>Und ich Idiot hab immer versucht, damit meine Wäsche zu waschen.</p>]]></content:encoded>
		<link>https://www.uniadmin.de/blog/posts/2026-05-der-mysteriose-rotweinfleck/</link>
		<guid>https://www.uniadmin.de/blog/posts/2026-05-der-mysteriose-rotweinfleck/</guid>
	</item>
	<item>
		<title>Wir haben Zeit</title>
		<description><![CDATA[Heute, am 2. Mai, ist Internationaler Kampf- und Feiertag der Arbeitslosen.
Während gestern, am 1. Mai, am Internationalen Kampf- und Feiertag der Arbeiter, die Menschen für mehr Arbeitsplätze und mehr Arbeit demonstriert haben, wird heute gegen Arbeitsplätze und für weniger Arbeit demonstriert.

Alle Arbeit soll und wird sowieso irgendwann von Robotern gemacht, so daß kein Mensch mehr arbeiten muß. Wir Menschen haben dann Zeit, Zeit für das,]]></description>
		<pubDate>Sat, 02 May 2026 11:42:53 +0200</pubDate>
		<dc:creator>Tube</dc:creator>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Heute, am 2. Mai, ist Internationaler Kampf- und Feiertag der Arbeitslosen.<br>
Während gestern, am 1. Mai, am Internationalen Kampf- und Feiertag der Arbeiter, die Menschen für mehr Arbeitsplätze und mehr Arbeit demonstriert haben, wird heute gegen Arbeitsplätze und für weniger Arbeit demonstriert.</p>

<p>Alle Arbeit soll und wird sowieso irgendwann von Robotern gemacht, so daß kein Mensch mehr arbeiten muß. Wir Menschen haben dann Zeit, Zeit für das, worauf wir Lust haben.</p>

<p>Zur Feier des Tages gibt's heute hier das Liedchen, das die 2-Maier den 1-Maiern immer wieder um die Ohren hauen können:</p>

<p>
<audio autoplay="false" controls=""><source src="https://www.uniadmin.de/site/assets/files/4440871/wirhabenzeit.mp3" type="audio/mp3"></source> Your browser does not support the audio element.</audio>
</p>

<p>Die machtvolle Demonstration zum Internationalen Kampf- und Feiertag der Arbeitslosen beginnt um 13 Uhr am Senefelder Platz. Die Abschlußkundgebung findet um ca. 15 Uhr vor der <a href="https://www.baiz.info/">Baiz</a> statt - mit der Bolschewistischen Kurkapelle schwarz/rot.</p>

<p>Bier gibts auch - für Geld.</p>]]></content:encoded>
		<link>https://www.uniadmin.de/blog/posts/2026-05-wir-haben-zeit/</link>
		<guid>https://www.uniadmin.de/blog/posts/2026-05-wir-haben-zeit/</guid>
	</item>
	<item>
		<title>Stahlnetz</title>
		<description><![CDATA[Es ist ewig her, gefühlt wirklich ewig, es war vor 23 Jahren, Anfang 2003, als ich bei Ebay eine Suche gespeichert hatte, die mich per E-Mail informiert, wenn jemand einen Artikel mit dem Suchbegriff &#x00022;Stahlnetz LP&#x00022; zum Verkauf einstellt.
Damals wollte ich die Schallplatte kaufen, hatte sie bei Ebay gesucht und auch gefunden, aber sämtliche Angebote lagen jenseits der einhundert Euro. Darum erstellte ich die Suche, um zuzuschlagen,]]></description>
		<pubDate>Sun, 12 Apr 2026 08:27:00 +0200</pubDate>
		<dc:creator>Tube</dc:creator>
		<content:encoded><![CDATA[<p><a href="https://www.uniadmin.de/site/assets/files/4441166/stahlnetz.jpg"><img alt="" class="align_right" src="https://www.uniadmin.de/site/assets/files/4441166/stahlnetz.240x0-is.jpg" width="240"></a>Es ist ewig her, gefühlt wirklich ewig, es war vor 23 Jahren, Anfang 2003, als ich bei Ebay eine Suche gespeichert hatte, die mich per E-Mail informiert, wenn jemand einen Artikel mit dem Suchbegriff "Stahlnetz LP" zum Verkauf einstellt.<br>
Damals wollte ich die Schallplatte kaufen, hatte sie bei Ebay gesucht und auch gefunden, aber sämtliche Angebote lagen jenseits der einhundert Euro. Darum erstellte ich die Suche, um zuzuschlagen, falls die Platte mal zu einem aus meiner Sicht vernünftigen Preis erhältlich wäre.<br>
Doch ein günstiges Angebot kam nicht, mal sollte die Platte 100 Euro, mal 120, mal sogar noch mehr kosten. Die Platte war zu selten, so selten, daß oft keine einzige auf Ebay zu finden war.<br>
Die Jahre vergingen, ich hatte das Interesse verloren, viele Songs gab es mittlerweile auf YouTube, und ich hatte in meinem E-Mail-Postfach einen Ordner "Ebay-Suchaufträge" erstellt, in den die Suchauftrags-Mails mit meinem einzigen Suchauftrag bei Ebay automatisch einsortiert wurden. Alle halbe Jahre schaute ich in den Ordner, klickte zwischen den False-Positives mal auf die Treffer und sah Preise um die 120 Euro und löschte die Mails.<br>
Und nun, im Jahre 2026, als ich mal wieder in den Ordner hineinstolperte, war er plötzlich gefüllt mit Angeboten um die 30 Euro herum. Da dachte ich: Nanu? Und fand nach kurzer Recherche heraus, daß die Schallplatte Ende letzten Jahres neu aufgelegt wurde. Ebay war also voll mit nagelneuen 2025er-Pressungen, liebevoll remastered, wie es hieß.<br>
Ja, was soll es, dachte ich, dann bringe ich die Sache jetzt zu Ende, kaufte die Schallplatte (in der blauen Edition) und löschte den Suchauftrag - nach 23 Jahren.</p>

<p>Das bekannteste Lied von <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Stahlnetz_(Band)">Stahlnetz</a> ist sicherlich "Vor all den Jahren", in welchem der Inhalt einer <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Duck_and_Cover">Duck-And-Cover-Broschüre</a> als Text verwendet wurde - ein Lied, das erstaunlich wenig gealtert ist:</p>

<p><iframe allow="accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share" allowfullscreen="" frameborder="0" height="400" referrerpolicy="strict-origin-when-cross-origin" src="https://www.youtube.com/embed/VPHFwH-MJcY?si=FteluX8eyo4vx8Q-" title="YouTube video player" width="100%"></iframe></p>

<p>Das Lied "Wir sind glücklich", das der Platte ihren Titel gab, ist eigentlich kaum bekannt, so wie alle anderen Lieder auf der Platte auch.<br>
"Wir sind glücklich" wartet mit bombastischem Synth-Sound auf, der im Intro einen schwebenden Ton im Hintergrund liefert, der mich, und das wird wohl kaum jemand nachvollziehen können, genau an den Ton erinnert, jenen singenden Ton, den die Metallräder der alten Straßenbahnen in den Schienen erzeugt haben, wenn sie in Mahlsdorf von der Treskowstraße in die Hönower Straße gebogen sind.<br>
Erkennst du den Ton? Ich kann ihn nicht beschreiben, nicht benennen, aber fühlen.</p>

<p><iframe allow="accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share" allowfullscreen="" frameborder="0" height="400" referrerpolicy="strict-origin-when-cross-origin" src="https://www.youtube.com/embed/mqBkFG6U_L4?si=2-bwpONV8Y2kopS6" title="YouTube video player" width="100%"></iframe></p>]]></content:encoded>
		<link>https://www.uniadmin.de/blog/posts/2026-04-stahlnetz/</link>
		<guid>https://www.uniadmin.de/blog/posts/2026-04-stahlnetz/</guid>
	</item>
	<item>
		<title>Digitaler Missbrauch</title>
		<description><![CDATA[Ein Beispiel:


#include &#x00022;stdio.h&#x00022;

int main(void)
{
        typedef unsigned char BOOL;
        const struct {
                BOOL consent;
                const char * consent_text;
                double pl[2];
        } thisx;

        sprintf((char*)&#x00026;thisx,&#x00022;OMG Yes!&#x00022;);
        printf(&#x00022;%s\n&#x00022;,(char*)&#x00026;thisx);

        return 0;
}

]]></description>
		<pubDate>Sat, 28 Mar 2026 23:36:50 +0100</pubDate>
		<dc:creator>Tube</dc:creator>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Ein Beispiel:</p>

<pre>
#include "stdio.h"

int main(void)
{
        typedef unsigned char BOOL;
        const struct {
                BOOL consent;
                const char * consent_text;
                double pl[2];
        } thisx;

        sprintf((char*)&amp;thisx,"OMG Yes!");
        printf("%s\n",(char*)&amp;thisx);

        return 0;
}

</pre>]]></content:encoded>
		<link>https://www.uniadmin.de/blog/posts/2026-03-digitaler-missbrauch/</link>
		<guid>https://www.uniadmin.de/blog/posts/2026-03-digitaler-missbrauch/</guid>
	</item>
</channel>
</rss>