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Dieser Blog-Eintrag wurde ohne Unterstützung generativer KI erstellt

Kürzlich las ich auf einem Blog einen Beitrag, der mit einem bemerkenswerten Satz endete, nämlich "Dieser Blog-Eintrag wurde ohne Unterstützung generativer KI erstellt", woraufhin sich mir die Frage aufdrängte, welchen Nutzen diese Bemerkung dem Leser eigentlich bringt oder bringen soll.
Zunächst einmal: Das muß gar nicht stimmen. Der Beitrag könnte trotzdem mit KI erstellt worden sein. Im Prinzip kommt der Satz jenen gleich, die wir unter manchen E-Mails finden: "Diese E-Mail wurde von McAfee geprüft und ist virenfrei."
Aber nehmen wir an, es stimmt. Der Blog-Eintrag wurde tatsächlich ohne Unterstützung generativer KI erstellt. Warum hat der Autor diesen Satz angehängt?
Dem Leser bieten sich verschiedene Interpretationen an:

  1. Der Autor möchte sich durch den Hinweis, keine KI zu Hilfe genommen zu haben, für mögliche Qualitätsmängel im Beitrag entschuldigen. Der Leser möge sie ihm verzeihen, so wie man auch kleine Unebenheiten bei einer von Hand gedrechselten Holzschüssel hinnimmt.
  2. Der Autor ist davon überzeugt, die Qualität seines Beitrages ist weit höher als das, was eine generative KI erstellen könnte, und möchte dies noch einmal gesondert betonen, wobei sich sogleich die Frage anschließt, warum er das gesondert betonen muß. Wäre das nicht eher ein Eingeständnis, daß eine generative KI es eben doch auch so gut könnte?
  3. Es soll gar nichts über die Qualität des Textes vermitteln, sondern dem Ganzen schlicht nur eine menschliche Note verleihen, nämlich daß der Text einem Gefüge aus mit Blutsauerstoff versorgten Fleischneuronen entsprungen ist und keine künstlichen mit Strom betriebenen in virtuelle Ebenen aufgeschichtete Neuronen aus Silizium beteiligt waren - im Grunde eine Art Lieferkettennachweis.

Es gibt sicher noch mehr Interpretationen, etwa daß der Autor mit dem Satz lediglich die vielen KI-generierten Artikel parodieren wollte, unter denen steht, daß sie von einer KI generiert seien.
Wenn man den Satz jedoch ernst nimmt, dann macht er mißtrauisch, zumindest bleibt die Frage: Stimmt das?
Ich googelte nach einem KI-Detektor und pastete den Text hinein, woraufhin der KI-Detektor nach kurzer Analysearbeit feststellte, daß 74% des Textes von einer KI geschrieben seien.

Was für eine Überraschung! Damit hatte ich nicht gerechnet. Aber konnte ich dem KI-Detektor trauen? Als Gegenprobe gab ich einen von mir selbst verfaßten Text ein, bei dem der KI-Detektor - ebenfalls zu meiner Überraschung - 89% KI-Beteiligung feststellte.
Um es kurz zu machen, ich war bei der Google-Suche auf eine Werbeanzeige gelatscht, die zu einer Seite mit windigem Geschäftsmodell führte, zu einer Seite, die jeden beliebigen Text als KI-generiert einstuft, selbst Auszügen der Buddenbrooks von Thomas Mann wurde eine 85%-ige KI-Beteiligung bescheinigt. Dazu der große Button "Humanisieren", bei dem nach Klick versprochen wurde, den Text KI-frei umzuschreiben - natürlich gegen Bezahlung.
Das ist eine Idiotenfalle für Studenten, die grade ihre Bachelor-Arbeit mit KI zusammen geschludert haben und mal checken wollen, ob der Schmu aufflöge, wenn sie die Arbeit so abgäben. Welch Schreck dem vorab schuldbewußten Studenten wohl in die Knochen fährt, wenn ihm die 80% KI-Beteiligung präsentiert werden?
Zum Glück gibt es den Humanisieren-Button. Die KI-generierte Bachelor-Arbeit wird von einer KI umgeschrieben, damit sie menschlich wird. Dadurch hebt sich die KI aber nicht wie bei einer doppelten Verneinung auf; sie verstärkt sich wie bei einer doppelten Bejaung - allerdings ... wenn die KI wirklich gut, so richtig gut im Humanisieren ist, dann ist der Text zwar wie von Menschenhirn verfaßt, aber trotzdem von einer KI. Die einzige Möglichkeit, den Text als KI-generiert zu identifizieren, wäre dann, daß er gekennzeichnet wird, indem darunter steht: "Dieser Text wurde von einer KI erstellt.", wobei sich sogleich die Frage aufdrängt: Stimmt das?
Könnte nicht ein Autor, der mit seinem Beitrag nicht ganz zufrieden ist, diesen Satz anfügen, um eventuelle Mängel und Unstimmigkeiten in seinem Text einer KI in die Schuhe zu schieben?
Wem darf man eigentlich noch trauen?

Dieser Blog-Eintrag wurde mit Unterstützung generativer KI erstellt.

Tags: KI, AI, AGI, LLMs, KI-Detektor, Textanalyse, Disclaimer

3 Kommentare

  • Frieda..

    10. Januar 2026, 09:33

    Qualitätsmängel sind menschlich..

  • Frieda..

    10. Januar 2026, 09:39

    Und die KI macht auch Fehler, denn sie ist aus Menschens Hand.. ein Handwerksstück wird so individuell und charaktervoll..

  • Frieda..

    10. Januar 2026, 09:43

    Die Natur und der Instinkt sind einfach viel klüger..

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