Das erste Mal dürfte ich Joe Ende der 90er begegnet sein. Ich denke, es war im "Love Digger", einem winzigen Kellerclub in der Auguststraße - Hinterhof, eine halbe Treppe runter, vorn ein Tapeziertisch als Tresen und hinten der DJ mit den Plattenspielern, in eine Nische ins Mauerwerk gezwängt. Der Raum, gerade mal so groß wie ein Wohnzimmer, gefüllt mit Menschen, Tanz und Schweiß, Bier und Nikotin, so voll, kaum eine Bewegung möglich, ohne jemanden zu streifen. Dazu Joe Carreras markante Tanzmusik, größtenteils aus den Sixties - fast außergewöhnlich für die damalige Zeit, in der Drum'n'Bass und Techno die Bars dominierten,
Und dann legte er auch noch Der die das, Wer wie was, Wieso weshalb warum? auf.
Der Keller kochte.
Das war meine erste Begegnung mit Joe Carrera, die sich musikalisch bei mir eingeprägt hat. Richtig kennengelernt hatte ich ihn erst später, als er zu den Surfpoeten stieß und für die Musik zwischen unseren Texten sorgte.
Joe strahle immer gute Laune aus, hatte immer ein Lächeln im Gesicht, egal, ob es regnete oder donnerte: Er lächelte, er war die Ruhe selbst, öffnete sein Köfferchen, in dem sich nur Singles befanden, und legte auf. Spät am Abend nach der Show bestieg er, immer noch lächelnd, sein Klapprad, um noch einige Kilometer heimzuradeln.
Joe war ein außergewöhnlicher Mensch.
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