Pellenpudding ist ziemlich aufwendig herzustellen, vor allem zeitaufwendig. Ich hatte es irgendwann einmal versucht, aber nur mit mäßigem Erfolg.
Die Idee dazu kam, da ich vom Pudding am liebsten immer die Pelle aß, also das oben drauf, durch das man mit dem Löffel erst hindurchstechen muß, um an den eigentlichen Pudding zu gelangen, an das, was mehr flüssig, milchig oder eben puddinglich ist. Von vielen erntete ich dafür Unverständnis. Igitt, meinten welche, was ich wiederum nicht verstand, weil ich mit Pellen auch sonst keine Probleme hatte.
So hab ich meist von der heißen Milch oder vom Kakao, die Pelle, die Milchhaut mit Daumen und Zeigefinger aus der Tasse gefischt, den Kopf in den Nacken geworfen und mir die Pelle genüßlich in den Mund fallen lassen.
Meine Tischnachbarn im Ferienlager oder wo auch immer ich es machte, haben geschrien, gewürgt. Was hatten sie nur?
Die Idee beim Pellenpudding ist, einen Pudding herzustellen, der nur aus Pelle besteht, wobei nicht ganz, der Pudding darf nicht ausschließlich aus Pelle bestehen, es muß natürlich noch etwas normaler Pudding dabei sein, nur nicht so viel wie bei einem normalen Pudding, der eine feste Pelle oben bekommen hat.
Was mir damals vorschwebte war eine Art Pellenschichtpudding, und so hatte ich versucht, ihn herzustellen:
Milch und Puddingpulver erhitzen, eine dünne Schicht des heißen Puddings in einem Topf auf dem Boden auftragen, warten und warten. Warten. Noch einmal warten und warten, bis die Schicht im Topf zur Pelle geworden ist, dann die nächste Schicht auftragen und wieder warten und warten und so weiter Schicht für Schicht.
Ein Problem ist, daß man nicht die gesamte Puddingmenge gleich zu Beginn kochen kann. Man braucht immer nur so viel, wie für eine Schicht nötig ist, weil der restliche Pudding sonst kalt wird und selbst eine Pelle bekommt.
Mein damaliger Versuch, Pellenschichtpudding herzustellen, scheiterte an Ungeduld. Ich hatte nach fünf Schichten abgebrochen, und die letzte Schicht war noch gar nicht richtig zur Pelle geworden, als ich den Pudding verspeiste. Der Appetit war zu groß.
Was man noch versuchen könnte: Den gesamten Pudding dünn auf einem großen Blech auftragen und die entstandene Riesenpelle zum Pellenpudding zusammenfalten. Allerdings hätte der Pudding dann wohl zu wenig normalen Pudding zwischen den Pellen, deshalb ist ein hybrider Ansatz vielleicht ganz vielversprechend: Zum einen wird eine große Pelle auf einem Blech hergestellt und dann auf jede Lage, die man aus der Riesenpelle schneidet und auflegt, nochmal eine dünne Schicht frischer heißer Pudding gegossen.
Allerdings dürfte auch das nicht an das Originalrezept heranlangen, bei dem die Pelle auf natürliche Weise mit jeder Lage über der Lage darunter entsteht. Nur verlangt dieses Rezept eben sehr viel Geduld. Und die fehlte mir damals, und heute sicher auch noch.
2 Kommentare
1 Pellenpudding - als Begriff - war mir nicht bekannt.
2 Bei der Google-Suche unterlief ein Schreibfehler und so kam als Antwort: Plettenpudding.
3 Wird von Thomas Mann in den "Buddenbrocks" geschildert.
4 Muss ich "vor ewigen Zeiten" überlesen / überblättert haben.
5 Wieder etwas gelernt - mit fast 89. Besten Dank .....
Korrektur:
Natürlich nicht "Buddenbrocks", sondern "Buddenbrooks".
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