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30 Jahre LSD

Nein! Es geht nicht um Drogen. Hier geht es um Liebe statt Drogen, die Berliner Lesebühne mit dem wohl gewagtesten Namen, den eine Lesebühne sich geben könnte.

Heute, am 4.7.2026, gibt es eine Extra-Show, die Gala, ab 19 Uhr im Innenhof des Hedwig-Dohm-Hauses der HU Berlin, Ziegelstr. 4, Berlin. Es werden alle dabei sein, die dabei sind oder einmal dabei waren, sofern sie können. (Einlaß ab 18 Uhr)

Die erste der wöchentlichen Veranstaltung fand am 4. Juli 1996 im Cafe Nova in der Auguststraße statt, unter dem Namen Supanova, mit vielen Mitwirkenden, von denen heute nicht mehr alle dabei sind. Dann ging es weiter wöchentlich im Keller des Zosch in der Tucholskystraße unter dem Namen ein Keller Buntes, bis uns der Name zu doof wurde, warum auch immer, wegen des dämlichen DDR-Bezuges, wir wollten einen neuen Namen, tranken Bier und brainstormten uns Ideen um die Köpfe.
Warum ausgerechnet Liebe statt Drogen gewonnen hat, weiß ich nicht, es gab eine Abstimmung am Ende, wir waren besoffen, keiner hatte mehr wirklich Bock, Hauptsache es gab ein Ergebnis. Zur Auswahl standen Delirium al dente und Liebe statt Drogen.

Liebe statt Drogen hatte ich vorgeschlagen, weil ich mit Delirium al dente unzufrieden war und provokativ etwas noch blöderes in den Raum werfen wollte und weil ich am selben Tag ein Lied komponiert hatte, das LSD - Liebe statt Drogen hieß.

Damit hieß die Lesebühne LSD, und die Idee war, daß die Lesebühne LSD jede Woche anders heißt, drei Worte, die mit L, S und D beginnen, sozusagen als Motto, wobei niemand sich ans Motto halten mußte, und, falls wir mal kein Motto hätten, dann ist es Liebe statt Drogen.

So stand LSD dann unter anderem für Leuna Schwefel Dederon, Lasst Scheiße dampfen, Lepra schafft Distanz, Länderspiel Serbien Deutschland (als die Bundeswehr damals in den Kosovo einmarschiert ist) oder Leder Sklaven Domina (da hatten wir einige Besucher im Publikum, die etwas völlig anderes erwarteten), aber meistens hieß die Lesung doch nur Liebe statt Drogen, und so heißt sie heute immer noch.

Was ebenfalls so gut wie immer gleich geblieben ist, ist das Schlußlied, Die Sonne wird scheinen, hier eine Aufnahme von vor langer Zeit im Keller des Zosch, bei der Volker Strübing gesungen hat:

Auch Volker Strübing wird heute bei der Gala dabei sein.
Ick freu mir drauf.

Tags: LSD, Liebe statt Drogen, Lesebühne, Literatur, Supanova, Ein Keller Buntes, 30 Jahre, Gala

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