Kürzlich ist mir ein kleines Büchlein in die Hände gefallen mit dem Titel "Gespräch über die Frauen", das einige interessante Merkmale zeigt:
Wenn ich das Büchlein aufklappe, also nur den Buchdeckel umschlage, kommen zwei grüne Seiten, wobei das grüne Papier links mit dem Buchdeckel verklebt ist und rechts frei umblätterbar ist.
Blättere ich um, ist links die Rückseite des grünen Papiers und rechts die erste Seite des Buches, die nicht aus grünem Papier besteht. Auf der ersten Seite steht nichts.
Blättere ich noch einmal um, sehe ich zwei leere Seiten. Also auch dort steht nichts.

Blättere ich abermals um, blicke ich erneut auf zwei leere Seiten, und mir kommt der Verdacht, daß es bei einem Gespräch über die Frauen einfach nichts zu sagen gibt:
Ein weiteres Mal umblättern scheint das zu bestätigen. Das Gespräch über die Frauen enthält nichts. Wieder nur leere Seiten. Ein Spaßbuch?
Noch einmal umblättern macht dann aber Hoffnung. Der Name des Autors Abbé Galiani ist zu lesen und der Titel des Werkes: "Gespräch über die Frauen".
Noch mal umblättern. Dasselbe wieder. Name des Autors und der Titel "Gespräch über die Frauen". Diesmal in schönerer Schrift und verschiedenen Farben:
Und endlich dann doch! Es geht los! Das Gespräch über die Frauen:
Das Gespräch über die Frauen hat Abbé Galiani im Jahre 1772 verfaßt, und im Grunde geht es darin um dieselben Fragen, die auch heute noch diskutiert werden:
- Was ist eine Frau?
- Ist die Frau von Natur aus schwach, oder ist das nur sozial anerzogen?
Besonders gut hat mir der Schluß gefallen:
Marquis: Habt ihr das soeben erschienene Buch von Thomas über die Frauen gelesen?
Chevalier: Nein.
Marquis: Er sagt kein Wort von dem, was Ihr eben vorgebracht habt.
Chevalier: Und wißt Ihr auch, weshalb nicht?
Marquis: Ehrlich gesagt, nein.
Chevalier: Weil ich nichts von dem sage, was er sagt.
Das Büchlein ist ein Sonderdruck, der 1982 bei Bear Press Wolfram Benda erschienen ist und mit den Mitteln und Techniken, die auch 1770 zum Einsatz kamen, hergestellt wurde. Die vielen leeren Seiten am Anfang erklären sich dadurch, daß der Essay recht kurz ist, aber zum Binden des Buches immer ein ganzer Bogen verwendet werden muß, welcher durch den Essay nur dürftig gefüllt wurde.
Am Ende des Büchleins kommen, aus genannten Gründen, noch ein paar weitere leere Seiten.
Ich erspare mir, die hier abzubilden.
Der Leser kann sie sich sicherlich gut vorstellen.









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